Neue Funde enthüllen: Kopfkult und Enthauptungsriten der eisenzeitlichen Iberer.
Schädel als Trophäen: Archäologen entschlüsseln blutige Rituale der Iberer
Nach Angaben von TSN.ua: Archäologische Untersuchungen belegen, dass Enthauptungsrituale und die Zurschaustellung von Schädeln unter den eisenzeitlichen Völkern der Iberischen Halbinsel weiter verbreitet waren als bisher angenommen. Eine in der Fachzeitschrift Trabajos de Prehistoria veröffentlichte Studie liefert neue Details zu diesen Praktiken, die zur Blütezeit der iberischen Kultur stattfanden. Diese Funde werfen ein neues Licht auf die spirituelle Welt und die sozialen Hierarchien der damaligen Zeit.
Die neuen Belege für die Rituale wurden an mehreren Fundorten im heutigen Spanien entdeckt, darunter in den Siedlungen von Olerdola und Molí d’Espigol. Eine detaillierte bioanthropologische Analyse der Schädelknochen bestätigte Schnittspuren von scharfen Gegenständen. Dies zeigt, dass die Enthauptungen mit präzisen Techniken durchgeführt wurden, die die Forscher nun nachvollziehen können.
Konservierung für die Ewigkeit
Um die Köpfe für die Nachwelt zu bewahren, kamen verschiedene Substanzen zum Einsatz, wie zum Beispiel:
- Kiefernharz
- Fette
- Wachs
- Öle
An einem der Schädel fanden sich zudem Spuren, die auf das Abziehen der Gesichtshaut hindeuten – ein Hinweis auf besonders komplexe und grausame Rituale. Von besonderer Bedeutung ist, dass die identifizierten Überreste jungen Männern im Alter von 8 bis 15 Jahren gehörten. Diese Erkenntnis eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis der Sozialstruktur iberischer Stämme und der Rolle von Jugendlichen in ihren Kulten.
Obwohl die vorherrschende Bestattungstradition der Iberer die Feuerbestattung war, deuten die Funde darauf hin, dass Rituale mit Schädeln eine hohe symbolische Bedeutung in ihrer Kultur besaßen. Die Forscher fanden zudem Parallelen zwischen den Bräuchen der iberischen Stämme und denen der Gallier, was auf mögliche kulturelle Austauschprozesse und gegenseitige Beeinflussung hindeutet.
Insgesamt präzisieren die neuen Entdeckungen das Bild der ritualisierten Praxis der Iberer in der Eisenzeit erheblich und unterstreichen die Komplexität ihrer Bräuche und sozialen Beziehungen.
Diese Funde könnten unser Verständnis der sozialen und rituellen Praktiken der Iberer grundlegend verändern. Sie betonen deren kulturelle Vielschichtigkeit und ihre Verbindungen zu anderen Völkern der Epoche. Die untersuchten Rituale lassen auf spezifische soziale Strukturen und Ideologien schließen und eröffnen neue Forschungsrichtungen für Archäologie und Anthropologie.
Lesen Sie auch
- Die U-Bahn von Charkiw bleibt kostenlos als Bunker: Was Fahrgäste wissen sollten
- Fast 13 Stunden Prüfungsmarathon wegen Luftalarm: Abgeordnete fordern Reform des Hochschultests
- Wie ukrainische Soldaten legal das Militär verlassen können: Anfechtung einer Ablehnung vor Gericht
- 209.000 Euro für eine 2-Millionen-Reparatur: So funktioniert das ukrainische Wiederaufbauprogramm
- Neue Namen für zwei U-Bahn-Stationen in Charkiw vorgeschlagen
- Neue Wohnregeln für Binnenflüchtlinge: Kostenlose Unterkünfte und Räumung binnen 15 Tagen

