Ablösung von Syrskyj steht bevor: Wer übernimmt das Kommando über die ukrainischen Streitkräfte?.
Spannungen an der Spitze der ukrainischen Armee
Nach Angaben von Espreso.tv: Ein möglicher Machtkampf zwischen dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, und Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erschüttert die Führungsebene. Fedorow reichte seinen Rücktritt ein, nachdem Proteste ausgebrochen waren, die seine Position unterstützten. Präsident Wolodymyr Selenskyj führt derweil Gespräche mit möglichen Nachfolgern für Syrskyj. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Spitzenvertretern hat sich in den letzten Wochen massiv zugespitzt.
Am 14. Juli stimmte die Werchowna Rada für die Entlassung der Regierung unter Ministerpräsidentin Swiridenko. Bereits am darauffolgenden Tag gab Verteidigungsminister Fedorow seinen Rücktritt bekannt. Hintergrund ist, dass Fedorow die Ablösung von Syrskyj forderte, da der Konflikt zwischen ihnen eskalierte. Ein von Fedorow in Auftrag gegebener Audit deckte zudem Mehrausgaben im Verteidigungsministerium und den Streitkräften in Höhe von 300 Milliarden Griwna auf.
Gesellschaftlicher Aufruhr und Reaktionen
Am 17. Juli kam es in Kyjiw zu Massenkundgebungen, bei denen über 10.000 Menschen ihre Solidarität mit Fedorow bekundeten. Die Proteste setzten sich am 18. Juli fort und breiteten sich auf zahlreiche Städte in der gesamten Ukraine aus. Ein weiteres Zeichen für die Schwere der Lage war die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung des Parlaments durch den Abgeordneten Katschura am 20. Juli.
Laut einer Quelle innerhalb der Streitkräfte
„ist sein Schicksal besiegelt. Die Frage ist nur, wer ihn ersetzt. Es gibt einige wichtige Anforderungen. Diese Person muss bekannt und beliebt sein, damit alle applaudieren.“
Oleksandr Syrskyj selbst betonte die Bedeutung seiner Rolle und sagte:
„Jetzt müssen wir uns auf den Krieg konzentrieren.“Er stellte Fedorow ein Ultimatum und blockierte Initiativen des Ministeriums, was die angespannte Situation weiter verschärfte.
Die Entwicklungen rund um den möglichen Führungswechsel deuten auf eine tiefe innenpolitische Krise in der Ukraine hin, die durch den Krieg zusätzlich befeuert wird. Der Rücktritt Fedorows und die breite Unterstützung für ihn in der Bevölkerung zeigen einen Riss in den Verteidigungsstrukturen, der die Effektivität der militärischen Führung beeinträchtigen könnte. Die Reaktion der Gesellschaft und der politischen Kräfte auf diese Ereignisse wird maßgeblich für den weiteren Verlauf sein.
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