Kein Weg über härtere Strafen: Schorin nennt den einzigen Ansatz gegen Fahnenflucht in der Armee.
Das Problem unerlaubter Abwesenheiten in Einheiten
Nach Angaben von Novyny.live: Maxim Schorin, stellvertretender Kommandeur des Dritten Armeekorps, ist überzeugt, dass die Bekämpfung unerlaubter Abwesenheiten (SSTsch) nicht durch verschärfte Strafen gelingt, sondern nur durch eine systematische Ursachenanalyse. In einem Interview mit 'Armija TV' betonte er, dass SSTsch in allen Einheiten vorkomme, die Häufigkeit jedoch stark variiere. Diese Einsicht stellt gängige Disziplinarmaßnahmen infrage und lenkt den Fokus auf strukturelle Probleme.
Schorin wies darauf hin, dass das Dritte Armeekorps die höchste Rückkehrrate verwundeter Soldaten aufweise – ein Beleg für effektive Personalarbeit. Dennoch bleibe das SSTsch-Problem drängend. In der Werchowna Rada wird derzeit erwogen, Soldaten, die sich unerlaubt entfernen, mit säumigen Unterhaltszahlern gleichzustellen. Dies hat eine Debatte über die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen ausgelöst.
'Ich versichere Ihnen: Ein Soldat, der den Entschluss zur unerlaubten Abwesenheit gefasst hat, wird diesen Schritt auch dann gehen, wenn er zu 100 Prozent weiß, dass er morgen gefasst wird und ins Gefängnis kommt', erklärte Maxim Schorin.
Seiner Ansicht nach werden härtere Strafen die Situation nicht verbessern. Nur eine gründliche Analyse und darauf basierende Entscheidungen könnten positive Veränderungen bewirken. Schorins Aussagen unterstreichen die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes, der über traditionelle Bestrafungsmethoden hinausgeht, um das Problem der unerlaubten Abwesenheiten nachhaltig zu lösen.
Die Bedeutung der Ursachenanalyse
Schorins Äußerungen heben hervor, wie wichtig es ist, die Gründe für unerlaubte Abwesenheiten zu verstehen. Zugleich betonen sie den Bedarf an neuen Strategien zur Stärkung der Moral der Truppe. Angesichts heutiger Herausforderungen wie Kampfeinsätzen oder Extremsituationen sei es entscheidend, die Motivation der Soldaten zu erfassen und Wege der Unterstützung zu finden – dies könne die Zahl der SSTsch-Fälle senken. Die Frage bleibt für alle militärischen Strukturen relevant, die Stabilität und Effizienz in ihren Reihen sicherstellen wollen.
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