Ungarn nimmt ukrainische Geldtransporter fest – Kiew spricht von Entführung.
Festnahme von Geldboten der Oschadbank in Ungarn
Nach Angaben von TSN.ua: Ungarische Behörden haben sieben Geldboten der ukrainischen Oschadbank festgenommen. Der Vorfall ereignete sich am 5. März 2026, als die Gruppe in zwei Fahrzeugen von Österreich in die Ukraine unterwegs war und dabei Bargeld in Höhe von 40 Millionen US-Dollar sowie 35 Millionen Euro sowie 9 Kilogramm Gold transportierte. Die Ukraine reagierte mit scharfer Empörung auf die Festnahme und der Bankkonzern fordert die sofortige Freilassung seiner Mitarbeiter.
Das ukrainische Außenministerium stuft den Vorgang als Entführung von Staatsbürgern und Diebstahl von Eigentum ein. Die Nationalpolizei der Ukraine hat bereits ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Entführung eingeleitet. Dieser Fall ist der erste seiner Art in der jüngeren Geschichte. Die Dimensionen des Geldtransports werden deutlich, wenn man die Hintergrundzahlen betrachtet: Allein im Januar 2026 wurden 808 Millionen Bargeld in die Ukraine eingeführt, im vierten Quartal 2025 lag der monatliche Durchschnitt sogar bei 1,3 Milliarden.
Reaktion der Bank und politische Vorwürfe
Die Oschadbank zeigte sich alarmiert über die Festsetzung ihrer Mitarbeiter. Jurij Kazion, ein Vertreter des Instituts, erklärte:
„Die Oschadbank wird ihre Interessen und die Rechte ihrer Mitarbeiter auf allen internationalen Ebenen verteidigen.“Sein Kollege Andrij Schewtschyschyn unterstrich den offiziellen Charakter des Transports und äußerte einen deutlichen Vorwurf:
„Es handelte sich um einen offiziellen Geld- und Goldtransport durch den Sicherheitsdienst einer staatlichen Bank. Daher gibt es Grund zu der Annahme, dass die Festnahme der Geldboten politisch motiviert ist.“
Die Lage bleibt angespannt. Konkrete Schritte zur Freilassung der Festgenommenen sind noch nicht absehbar. Die ungarische Seite hat bislang keine detaillierten Gründe für die Maßnahme genannt, während Kiew vehement eine umfassende Aufklärung des Vorfalls verlangt. Das weitere Vorgehen ist derzeit völlig offen.
Der Zwischenfall hat zu erheblichen diplomatischen Verstimmungen zwischen der Ukraine und Ungarn geführt und könnte die bilaterale Zusammenarbeit nachhaltig belasten. Angesichts der immensen Werte, die transportiert wurden, richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur der beteiligten Staaten, sondern auch der internationalen Gemeinschaft auf den Fall. Diese könnte sich einschalten, um die Einhaltung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit einzufordern. Die kommenden Untersuchungen und mögliche diplomatische Verhandlungen werden entscheidend für die weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern sein.
Lesen Sie auch
- Armenien vor richtungsweisender Wahl am 7. Juni: Was für das Land und die Region auf dem Spiel steht
- Neue Friedensinitiative: Selenskyj würdigt Journalisten und schlägt Gipfeltreffen vor
- Nach Explosion in Constanța: Slowakischer Premier Fico fordert Gespräche mit Moskau
- Neue Finanzierungspläne für die Ukraine: Was beim NATO-Gipfel auf dem Tisch liegt
- Neue Regelungen für den Ersatzdienst: Wer in der Ukraine davon betroffen sein wird
- Minsk wird zur Drehscheibe: Ukraine meldet mehr Drohnenangriffe aus Belarus

