Proteste in Albanien eskalierten zu Straßenkämpfen: Opposition warf der Regierung Molotowcocktails zu.

Proteste in Albanien eskalierten zu Straßenkämpfen: Opposition warf der Regierung Molotowcocktails zu
Proteste in Albanien eskalierten zu Straßenkämpfen: Opposition warf der Regierung Molotowcocktails zu

Nach Angaben von ТСН: Die politische Spannung im EU-Beitrittskandidatenland hat einen kritischen Punkt erreicht. Massenproteste, organisiert von der Opposition, führten zu Straßenkämpfen in der Hauptstadt Tirana.

Laut Berichten von Politico erreichte die Situation ihren Höhepunkt, als eine brennbare Mischung gegen Regierungsgebäude eingesetzt wurde.

„Molotowcocktails“ und Festnahmen

Die Spannungen eskalierten am Montagabend, als Demonstranten begannen, „Molotowcocktails“ in das Büro des Premierministers Edi Rama zu werfen.

Lokale Medien berichten, dass die Polizei vier Teilnehmer der Proteste festgenommen hat, während weitere sieben unter Untersuchung stehen. Zwei Polizeibeamte wurden verletzt, und ein Demonstrant hat sich versehentlich angezündet.

Grund für den Zorn: „unantastbare“ Vizepremier

Die Proteste wurden durch den Fall gegen die Vizepremierministerin Belinda Balluku ausgelöst. Die Spezialstaatsanwaltschaft für Antikorruption (SPAK) beschuldigt sie, in staatliche Verträge einzugreifen und bei Ausschreibungen für große Infrastrukturprojekte, darunter den Bau des Tirana-Rings und den Llacara-Tunnel, zu manipulieren.

Balluku genießt jedoch parlamentarische Immunität. Die regierende Sozialistische Partei unter Rama blockiert die Abstimmung über ihre Festnahme mit Verweis auf die bevorstehende Entscheidung des Verfassungsgerichts im Januar.

Positionen der Parteien

Der Oppositionsführer Sali Berisha von der Demokratischen Partei Albaniens bezeichnete die Maßnahmen der Regierung als „systematische Plünderung“ des Volkes und erklärte, dass Rama „keine Legitimität hat, an der Macht zu bleiben“.

Edi Rama verurteilte in seinen Kommentaren an die Journalisten die Gegner nicht und nannte sie „entmutigte Mitbürger“. Er kritisierte auch die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft wegen „Fehlern“ und der Praxis, ohne Gerichtsbeschluss Arrestanordnungen zu erlassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass es zu Gewalt kommt: In der vergangenen Woche kam es im albanischen Parlament zu Prügeleien und es wurden Rauchbomben direkt im Sitzungssaal entzündet.

Die Situation in Albanien wird angespannt bleiben, da die Proteste gegen Korruptionsvorwürfe weiterhin aufflackern. Die Ergebnisse dieser Proteste könnten erhebliche Auswirkungen auf die politische Landschaft des Landes und seine Bemühungen um die Euro-Integration haben. Beobachter weisen auf mögliche Auswirkungen auf die Stabilität der Region insgesamt hin. Die Kritik der Opposition an der Regierung sowie die Maßnahmen der Sicherheitskräfte werfen Fragen zur Möglichkeit einer friedlichen Konfliktlösung auf.


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