Selenskyj beziffert Russlands Haushaltslücke auf fast 100 Milliarden: So dramatisch ist die Lage.

Selenskyj beziffert Russlands Haushaltslücke auf fast 100 Milliarden: So dramatisch ist die Lage
Selenskyj beziffert Russlands Haushaltslücke auf fast 100 Milliarden: So dramatisch ist die Lage

Wie Sanktionen Russlands Staatsfinanzen belasten

Nach Angaben von UATV: In einem Gespräch mit Le Monde hat Wolodymyr Selenskyj detailliert dargelegt, wie sehr die Wirtschaftssanktionen Russland zusetzen. Der ukrainische Präsident betonte, dass das Haushaltsdefizit der Russischen Föderation kontinuierlich gewachsen sei – mit einem prognostizierten Höhepunkt gleich zu Beginn des Jahres 2026. Besonders die Finanzierung des Verteidigungssektors leide unter den Löchern im Staatshaushalt.

Konkret bezifferte Selenskyj das Minus für Ende 2025 auf 83 Milliarden US-Dollar. Hinzu kämen weitere 19 Milliarden US-Dollar, die Russland bereits ins erste Quartal 2026 verschoben habe. Zusammengenommen ergebe sich laut den Prognosen aus Kiew ein Gesamtdefizit von annähernd 100 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr. Damit steuert Moskau auf eine Haushaltslücke zu, die selbst nach russischen Maßstäben außergewöhnlich hoch ist.

'Das Haushaltsdefizit der Russischen Föderation stieg von Jahr zu Jahr. Den größten Fehlbetrag verzeichneten wir zu Beginn des Jahres 2026. Ende 2025 hatten die Russen ein Minus von 83 Milliarden, plus 19 Milliarden, die sie auf den Jahresanfang 2026 verschoben haben. Unseren Berechnungen zufolge sollte das Defizit für 2026 bei rund 100 Milliarden US-Dollar liegen.' Wolodymyr Selenskyj

Welche wirtschaftlichen Folgen auf Russland zukommen

Der Staatschef wies zudem darauf hin, dass eine Lockerung der Sanktionen – speziell für Russlands Energiesektor und hier vor allem bei Erdölerzeugnissen – dem Land Einnahmen in Milliardenhöhe beschere. Dies trage nach Selenskyjs Einschätzung nicht dazu bei, die Kampfhandlungen in der Ukraine oder im Iran zu verringern. Die Entwicklung des russischen Budgets und die Wirkung der Sanktionen bleiben damit zentrale Themen für die internationalen Beziehungen und den Ukraine-Konflikt.

Das wachsende Haushaltsdefizit könnte die Fähigkeit Russlands beeinträchtigen, seine militärischen Operationen weiter zu finanzieren – ein entscheidender Faktor für den weiteren Verlauf des Krieges in der Ukraine. Gleichzeitig drohen Sanktionserleichterungen, insbesondere bei Energieexporten, die Einnahmen des Landes zu steigern und so die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Eindämmung der Aggression zu untergraben. Wirtschaftliche Kennzahlen bleiben daher ein Schlüsselindikator für die Analyse der Lage in der Region und die Ausrichtung der Russland-Politik.


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