Ukrainischer Präsident bringt Gesetz für Nationalpantheon ein – Polen reagiert mit Rückgabe eines Ordens.
Gesetzesinitiative zur Schaffung eines Nationalpantheons
Nach Angaben von Espreso.tv: Am 28. Juni legte der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj einen Gesetzesentwurf zur Einrichtung eines Nationalpantheons vor. Die ukrainische Rada verabschiedete das entsprechende Gesetz bereits am 1. Juli. Mit dem Projekt soll das Gedenken an ukrainische Helden weiter institutionalisiert werden – unter anderem, nachdem eine Militäreinheit den Namen 'Helden der UPA' erhalten hatte. Zudem ist die Einführung einer neuen staatlichen Auszeichnung geplant: des Europa-Ordens.
Stimmen aus Polen
Vor diesem Hintergrund meldete sich der frühere polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki (Amtszeit 2017–2023) zu Wort. Er übergab den ukrainischen Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen an ein Museum, das an die Opfer der Wolhynien-Tragödie erinnert. Morawiecki erklärte:
„Möge diese Auszeichnung dort zum Symbol der Erinnerung an die zehntausenden unschuldigen Polen werden, die während des Wolhynien-Massakers grausam ermordet wurden.“ – Mateusz Morawiecki
Der polnische Präsident Karol Nawrocki äußerte sich ebenfalls zu der Angelegenheit. Er kündigte an, Selenskyj den Orden des Weißen Adlers zu entziehen. Nawrockis Kanzlei betonte, dass sein 'hartes Eintreten für polnische Belange richtig' sei.
Diese Entwicklungen verdeutlichen das angespannte Verhältnis zwischen der Ukraine und Polen, das durch historische Differenzen – insbesondere im Zusammenhang mit der Wolhynien-Tragödie – belastet bleibt. Die Ehrung historischer Persönlichkeiten und Ereignisse spielt für die nationale Identität beider Länder eine wichtige Rolle, kann aber auch zu unterschiedlichen Geschichtsdeutungen führen. Die Fortsetzung dieser Prozesse könnte die bilateralen Beziehungen weiter beeinflussen, gerade angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen.
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