Zelenskyj zu Timoschenko-Ermittlungen: Präsident sieht keine politische Verfolgung.

Zelenskyj zu Timoschenko-Ermittlungen: Präsident sieht keine politische Verfolgung
Zelenskyj zu Timoschenko-Ermittlungen: Präsident sieht keine politische Verfolgung

Stellungnahme des Präsidenten zu den NABU-Ermittlungen

Nach Angaben von Novyny.live: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyj hat sich am 20. Januar 2023 zu den Ermittlungen des Nationalen Antikorruptionsbüros (NABU) gegen Julija Timoschenko geäußert. Er wies dabei den Vorwurf zurück, dass es sich um eine politisch motivierte Verfolgung handele. Auf Nachfragen von Journalisten betonte er, er sehe keinen Zusammenhang zwischen den Vorwürfen gegen die Politikerin und dem anstehenden Wahlkampf in der Ukraine.

Haftbefehl und Hausdurchsuchungen

Bereits am 16. Januar 2023 hatte das Oberste Antikorruptionsgericht eine Kaution in Höhe von 33 Millionen Hrywnja als Haftersatzmaßnahme für Julija Timoschenko festgesetzt. Diese kann die ehemalige Ministerpräsidentin jedoch nicht aufbringen, da ihre Bankkonten gesperrt sind. Parallel dazu führten das NABU und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) eine Durchsuchung in ihrem Büro durch. Hintergrund sind Vorwürfe, sie habe möglicherweise Abgeordnete bestochen.

Zelenskyj räumte ein, dass es Versuche geben könne, Einfluss auf die regierende Parlamentsmehrheit zu nehmen. Er stellte jedoch klar, dass er diese Vorgänge nicht mit dem Wahlgeschehen in Verbindung bringe.

„Ehrlich gesagt, würde ich Janukowytsch selbst nicht vergleichen. Zumindest erinnere ich mich nicht daran, dass es dort ein Päckchen von ‚Nowa Poschta‘ gab“, so der Präsident.
Er betonte, dass dies nicht der erste Versuch sei, Druck auf die Mehrheit auszuüben, und wahrscheinlich auch nicht der letzte.

Der Fall Timoschenko und die Ermittlungen der Antikorruptionsbehörden verdeutlichen die angespannte politische Lage in der Ukraine, insbesondere im Vorfeld der Wahlen. Solche Verfahren werden in der ukrainischen Öffentlichkeit stets genau beobachtet, da die Geschichte des Landes von politisch instrumentalisierten Justizverfahren geprägt ist. Auch wenn politische Einflussnahme bestritten wird, nähren die Vorgänge bei einem Teil der Bevölkerung die Sorge vor manipulativen Taktiken im politischen Wettbewerb. Dies könnte das Vertrauen der Wähler und die Stabilität der Regierungsmehrheit beeinträchtigen.


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