Kann Europa die USA ersetzen? Zelenskyj zweifelt an vollwertiger Unterstützung ohne Amerika.

Kann Europa die USA ersetzen? Zelenskyj zweifelt an vollwertiger Unterstützung ohne Amerika
Kann Europa die USA ersetzen? Zelenskyj zweifelt an vollwertiger Unterstützung ohne Amerika

Debatte über militärische Hilfe

Nach Angaben von Novyny.live: In einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere Della Sera äußerte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zur Frage, ob europäische Partner die militärische Unterstützung der USA ersetzen könnten. Seine Einschätzung ist klar: Europa allein sei nicht in der Lage, die amerikanische Hilfe vollständig zu kompensieren. Selenskyj erörterte zudem den Umgang mit EU-Staatschefs, die eine prorussische Haltung einnehmen.

Der Präsident betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Handelns mit den Verbündeten für den Fall eines amerikanischen Rückzugs. Er verwies auf den praktischen Wert der ukrainischen Kriegserfahrung:

'Europa braucht die praktische Erfahrung, die wir in diesem Krieg gesammelt haben.'
Ein weiteres Hindernis sieht Selenskyj in der Rüstungsindustrie:
'Jetzt muss die europäische Industrie erst eine Lizenz der USA erhalten, um amerikanische Waffen in unserem Land zu produzieren.'
Diese Abhängigkeit unterstreicht die komplexen transatlantischen Verflechtungen.

Dialog mit europäischen Spitzenpolitikern

Konkret ging Selenskyj auf den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seinen slowakischen Amtskollegen Robert Fico ein. Während er mit Orbán derzeit keinen Kontakt pflegt –

'Ich spreche nicht mit ihm, weil er nicht will'
–, stehe er mit Fico in Verbindung. Die politische Landschaft Europas ist gespalten, was die Ukraine zu einer selektiven Diplomatie zwingt.

Selenskyj zeigte sich überzeugt, dass sich diese Situation ändern wird:

'Orbán wird bei den Wahlen eine Niederlage erleiden, und dann können wir die regulären Beziehungen zu Ungarn wiederaufnehmen.'
Diese Aussage spiegelt einen langfristigen, strategischen Ansatz in der europäischen Diplomatie wider. Ziel ist es, Beziehungen zu Ländern aufzubauen, die einen positiven Einfluss auf die Ukraine ausüben können.

Angesichts möglicher Verschiebungen in der US-Militärhilfe sucht die ukrainische Führung intensiv nach Wegen, die internationale Unterstützung zu festigen. Die Aktivierung des Dialogs mit europäischen Schlüsselfiguren könnte im andauernden Konflikt zu einem entscheidenden Faktor werden. Selbst der Austausch mit prorussisch eingestellten Regierungen eröffnet möglicherweise neue diplomatische Optionen für Kiew.


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