EU-Staaten fordern von Brüssel strengere Regeln für Schengen-Visa an Russen.
Verschärfung bei Schengen-Visa für russische Staatsbürger gefordert
Nach Angaben von Espreso.tv: Mehrere Länder der Europäischen Union sowie Norwegen und Island haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Europäische Kommission gewandt. Darin verlangen sie, die Ausstellung von Schengen-Visa für russische Staatsangehörige stärker zu beschränken. Hintergrund ist der deutliche Anstieg der Visazahlen, der in den beteiligten Staaten Besorgnis ausgelöst hat. Zu den Unterzeichnern zählen Polen, Schweden, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen und Island.
Für Polen haben Außenminister Radosław Sikorski und Innenminister Marcin Kierwiński das Dokument unterzeichnet. Im Jahr 2025 erhielten russische Bürger fast 478.000 Schengen-Visa für touristische Zwecke – ein Zeichen für das wachsende Interesse an Reisen in europäische Länder. Bereits im November 2025 hatte die EU-Kommission die Ausstellung von Mehrfachvisa für russische Staatsangehörige untersagt, um die Migrationsströme besser kontrollieren zu können. Der jetzige Vorstoß geht noch einen Schritt weiter.
Vier zentrale Forderungen an die EU-Kommission
Den vorliegenden Angaben zufolge haben die EU-Staaten im Jahr 2025 insgesamt mehr als 620.000 Schengen-Visa an Russen vergeben. Diese Zahl alarmiert die Unterzeichner des Briefes, die weiteren Handlungsbedarf sehen. Das Schreiben enthält vier konkrete Forderungen an die Europäische Kommission:
- Änderung des EU-Visakodex;
- Einführung von Beschränkungen für die Ausstellung von Mehrfachvisa;
- Schaffung eines Schnellreaktionsmechanismus zur Sperrung von Visa;
- Maßnahmen zur Identifizierung russischer Kombattanten.
Die Initiative spiegelt die wachsende Sorge europäischer Länder über Sicherheitsfragen und die Kontrolle der Einreise russischer Bürger wider – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage. Die Unterzeichnerstaaten streben eine effizientere Steuerung des Visumverfahrens an, um die Sicherheit ihrer Grenzen zu gewährleisten.
Dieser Schritt zeigt das Bestreben europäischer Länder, die Migrationsströme aus Russland strenger zu regulieren. Dabei spielen nicht nur sicherheitspolitische Erwägungen eine Rolle, sondern auch die aktuellen politischen Entwicklungen in der Region.
Eine Einschränkung der Schengen-Visa könnte die Mobilität russischer Staatsbürger und ihre Reisemöglichkeiten erheblich beeinträchtigen. Zugleich verdeutlicht sie das Sicherheitsbedenken der EU-Staaten hinsichtlich möglicher Risiken. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Schritte die EU-Kommission als Nächstes ergreifen wird und wie sich dies auf die Beziehungen zwischen der EU und Russland auswirkt.
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