Saudi-Arabien importiert Getreide aus dem besetzten Krim: Daten der Untersuchung.
Nach Angaben von ТСН: Saudi-Arabien ist ein neuer Importeur von Getreide aus der besetzten Krim geworden, trotz westlicher Sanktionen. Der Export erfolgt trotz internationaler Beschränkungen und Bemühungen, den Konflikt in der Ukraine zu lösen.
Journalisten und Analysten, unter anderem von Bellingcat und Lloyd's List, haben diese Informationen bestätigt, gestützt auf Satellitenbilder und Daten des Automatisierten Identifikationssystems (AIS).
Details der Untersuchung
Die Untersuchung ergab, dass das Schiff Krasnodar zwei Reisen vom Getreideterminal in Awljitke in Sewastopol nach Saudi-Arabien durchgeführt hat: Die erste Reise endete im September 2025 im Hafen von König Abdullah, die zweite im November im Hafen von Dschazan.
Damit hat sich Saudi-Arabien anderen Ländern angeschlossen, die Getreide aus von Russland besetzten ukrainischen Gebieten importieren, darunter der Iran, Syrien, Ägypten, die Türkei, Venezuela und von Huthi kontrollierte Regionen im Jemen.
Schwierigkeiten bei der Verfolgung
Im August und Oktober schaltete das Schiff AIS mehrmals aus, was die Überwachung seiner Bewegung erschwerte. Bellingcat bestätigte, dass das Krasnodar im Awljitke-Terminal auf der Krim war, während das Signal fehlte. Eindeutige visuelle Merkmale des Schiffs – ein dunkelblauer Schornstein mit weißen Streifen, fünf graue Luke und ein roter Deck – bestätigen die Daten der Satellitenbilder.
Das Schiff wird von der russischen Firma «Petrokhleb-Kuban» gechartert, die die Vorwürfe des illegalen Getreideexports zurückweist. Sie behaupten, die Beladung habe nur aus russischen Lieferungen stattgefunden, jedoch widersprechen Satellitendaten diesen Aussagen.
Exportlage
Die Exportrouten nach Saudi-Arabien zeigen, dass Russland die Vertriebswege für Getreide aus der Krim ausweitet und die Häfen als strategische Logistikdrehkreuze nutzt. Bis 2022 wurden aus diesen Häfen nur geringe Mengen versandt, aber nach der Besetzung der Oblaste Donezk und Saporischschja ist der Export erheblich gestiegen.
Die Ukraine fordert die internationale Gemeinschaft ebenfalls auf, kein Getreide aus der besetzten Krim zu kaufen. Die erste stellvertretende Ministerin für Gemeinde- und Gebietsentwicklung der Ukraine, Aljona Schkrum, berichtete, dass dieses Thema mit den Behörden Saudi-Arabiens erörtert wurde und Kiew die Zusicherung erhielt, dass die Behörden des Landes gegen die Aktivitäten der Schattenflotte und Verstöße gegen das internationale Seerecht vorgehen.
Der Experte für maritime Sicherheit, Ian Ralby, betonte die strategische Bedeutung der Krimhäfen für Russland. Er stellte fest, dass die Kontrolle über diese für zukünftige Friedensverhandlungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Region sowie zur Sicherstellung strategischer Seewege entscheidend ist.
Wie bereits berichtet, wurde zuvor in Odessa ein ausländisches Frachtschiff festgenommen, das Teil der sogenannten «Schattenflotte» der Russischen Föderation war und illegal landwirtschaftliche Produkte aus der vorübergehend besetzten Krim transportierte.
Somit bleibt die Lage rund um den Getreideexport aus der Krim angespannt, und die internationale Gemeinschaft verfolgt weiterhin die Entwicklungen, in der Hoffnung auf die Möglichkeit einer Konfliktlösung. Die Bemühungen der Ukraine und anderer Länder, dieses illegale Geschäft zu beenden, dauern an, und die Bedeutung der Kontrolle über die Seewege wird, wie Experten betonen, immer aktueller.
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