Vom Spitzensportler zum Barrierefreiheits-Aktivisten: Wie ein ukrainischer Schwimm-Meister Städte umgestaltet.

Vom Spitzensportler zum Barrierefreiheits-Aktivisten: Wie ein ukrainischer Schwimm-Meister Städte umgestaltet
Vom Spitzensportler zum Barrierefreiheits-Aktivisten: Wie ein ukrainischer Schwimm-Meister Städte umgestaltet

Wie Dmytro Shchebetiuk nach einem Wirbelsäulenbruch neu anfing

Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Schwimm-Meister und Inklusionsaktivist Dmytro Shchebetiuk zeigt, dass ein schwerer Unfall nicht das Ende bedeuten muss. 2011 erlitt er in Kriukivshchyna bei Kyjiw eine Wirbelsäulenverletzung, die sein Leben von Grund auf änderte. Doch statt aufzugeben, trainierte er im ersten Jahr danach täglich sechs bis acht Stunden für seine Rehabilitation. Diese Disziplin ebnete ihm den Weg: Er wurde ukrainischer Meister im Schwimmen und gehörte zum Kader der paralympischen Bogenschützen-Nationalmannschaft. Seitdem kämpft er unermüdlich für mehr Zugänglichkeit – nicht nur in seiner Heimat. Er ist Mitbegründer der Initiative „Dostupno.UA“, die in Städten wie Winnyzja, Lwiw, Kyjiw und Tschernihiw Barrieren abbaut.

„Es geht nicht nur um die Entfernung zum Eingang“, betont Dmytro.

Sein Buch „Autostopp mit dem Rollstuhl“ dokumentiert eine Reise durch 17 ukrainische Städte in nur 19 Tagen – mit einem Budget von umgerechnet zehn Dollar. Diese Erfahrung war für ihn ein Wendepunkt im Kampf für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

„Anpassung ist nötig, aber nicht genug“, sagt er.

Zusammenarbeit mit der Bahn und das Open-Road-Projekt

Dmytro sucht stets nach konkreten Hebelpunkten. Als die Ukrainische Eisenbahn (Ukrsalisnyzja) 2022 die Initiative „Dostupno.UA“ um Rat fragte, gab er Empfehlungen zur barrierefreien Umgestaltung des Hauptbahnhofs in Kyjiw. Seine treibende Frage lautet: „Was kann ich in dieser Situation tun?“ – ein Ansatz, der all seine Projekte prägt. Neben der Arbeit in der Ukraine verfolgt er das Open-Road-Projekt, das ukrainische Staatsbürger im Ausland unterstützt. Sein Engagement zeigt, wie aus persönlichen Herausforderungen eine Bewegung für gesellschaftlichen Wandel entstehen kann. In den letzten 15 Jahren hat sich die Barrierefreiheit in der Ukraine spürbar verbessert – ein Erfolg, der durch gemeinsames Handeln möglich wurde. Dmytro Shchebetiuk inspiriert dazu, nicht nur über Hürden zu sprechen, sondern sie aktiv zu überwinden. Seine Geschichte macht deutlich, dass Inklusion keine Grenzen kennt: Ob in Winnyzja oder im Ausland – er setzt sich unermüdlich dafür ein, dass alle Menschen gleichberechtigt am Leben teilhaben können.


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