Wenn „Halt durch“ verletzt: Psychologin Petryschyn zeigt, wie man Trauernde wirklich stützt.

Wenn „Halt durch“ verletzt: Psychologin Petryschyn zeigt, wie man Trauernde wirklich stützt
Wenn „Halt durch“ verletzt: Psychologin Petryschyn zeigt, wie man Trauernde wirklich stützt

Warum vertraute Floskeln bei Trauer oft schaden

Nach Angaben von Espreso.tv: Die Psychologin Petryschyn macht deutlich, dass Sätze wie „Halt durch“, „Alles wird gut“ oder „Es gibt Schlimmeres“ für Menschen in Trauer oft verletzend wirken. Solche Äußerungen kommen ihrer Erfahrung nach meist nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Hilflosigkeit – viele Menschen wissen schlicht nicht, wie sie einem nahestehenden Menschen nach einem Verlust begegnen sollen. Petryschyn selbst, die ein Jahr nach ihrem eigenen Verlust mit genau diesen Sprüchen konfrontiert wurde, warnt: Die Phrase „Halt durch“ sei eine klare rote Linie, die man unbedingt vermeiden sollte.

Oft frage sich auch jeder, der selbst keinen solchen Schicksalsschlag erlebt hat: Wie spreche ich den Betroffenen überhaupt an? Laut Petryschyn ist das Fehlen von passenden Worten völlig normal, doch genau hier liege die Chance für mehr Sensibilität. Die Kommunikation mit Trauernden erfordere ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und das Bewusstsein, dass jede Trauer individuell verläuft.

Was wirklich zählt: Ratschläge für eine bessere Trauerbegleitung

Die Psychologin plädiert für einen offenen und ehrlichen Austausch. Statt ausweichender Floskeln empfiehlt sie, das auszusprechen, was man tatsächlich fühlt. Ein zentraler Satz von Petryschyn lautet:

„Sag immer, was du wirklich empfindest“
– diese Haltung könne eine Atmosphäre schaffen, in der sich Trauernde verstanden und nicht alleingelassen fühlen. Solche einfachen, authentischen Worte seien oft wertvoller als jede standardisierte Trostformel.

Gerade in schwierigen Lebensphasen hilft diese Art der Kommunikation, weiteres emotionales Unbehagen zu vermeiden. Psychologische Unterstützung nach einem Verlust sollte stets behutsam und aufmerksam sein, denn jeder Mensch trägt seine Trauer auf seine eigene Art. Wer das versteht, kann nicht nur besser zuhören, sondern auch tragfähige soziale Beziehungen in Krisenzeiten stärken. Viele Menschen sind unsicher, wie sie Trauernde ansprechen sollen – Petryschyns Ratschläge bieten hier eine klare Orientierung.


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