Dänemark führt das Ranking der Wohnverfügbarkeit in der EU an: wie viele Gehälter für eine Wohnung benötigt werden.
Dänemark hat das Ranking der europäischen Länder angeführt, in denen der Kauf von Wohnraum am vorteilhaftesten ist. Trotz der Tatsache, dass das Land als eines der teuersten in der Europäischen Union gilt, ist hier das Verhältnis von Einkommen zu Immobilienpreisen am günstigsten für Käufer.
Nach dem analytischen Bericht von BestBrokers kostet in Dänemark eine Wohnfläche von 100 Quadratmetern durchschnittlich 114 netto Monatsgehälter. Zum Vergleich, in Italien muss man für die gleiche Fläche über 150 Gehälter und in der Slowakei mehr als 180 zahlen.
Die Immobilienpreise in Europa steigen weiterhin
Trotz der positiven Situation in Dänemark bleibt die Gesamtsituation auf dem Wohnungsmarkt in der EU angespannt. Laut Eurostat sind die Immobilienpreise in den EU-Ländern im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2024 um 5,7% gestiegen. Auch die Mieten sind teurer geworden – um 3,2%.
Die meisten Länder Mittel- und Osteuropas zeigen einen raschen Anstieg der Preise. Insbesondere in Rumänien, Polen und Ungarn sind die Wohnungen im Durchschnitt um 8-10% innerhalb eines Jahres teurer geworden. Dabei steigen die Gehälter in diesen Ländern langsamer, was Immobilien weniger erschwinglich macht.
Warum Dänemark die übrige Europäische Union überholt hat
Auf den ersten Blick scheint es paradox zu sein, dass gerade Dänemark – ein Land, in dem die Lebenshaltungskosten um 43% über dem europäischen Durchschnitt liegen, laut eben diesem Eurostat – sich als das attraktivste für den Erwerb von Wohnraum herausgestellt hat. Doch dies lässt sich durch mehrere Faktoren erklären:
- Hohe Durchschnittsgehälter. Dänemark belegt den 7. Platz in Europa nach Einkommensniveau, was den Bürgern eine hohe Zahlungsfähigkeit sichert.
- Marktregulierung. Hypothekenprogramme im Land haben feste Zinssätze, die Käufer vor Marktschwankungen schützen.
- Stabilität. Der Immobilienmarkt zeigt keine abrupten Sprünge, was es ermöglicht, den Kauf von Wohnraum langfristig zu planen.
'Die Erschwinglichkeit von Wohnraum bezieht sich nicht nur auf Preise, sondern auch auf das Verhältnis von Einkommen zu Ausgaben. Die Dänen haben eine hohe Kaufkraft, was ihre Situation vorteilhaft von der restlichen EU unterscheidet', betonen sie bei BestBrokers.
In welchen EU-Ländern ist Wohnraum am teuersten
Am anderen Ende des Rankings stehen die Schweiz, die Slowakei und Tschechien. In diesen Ländern müssen die Bürger mehr als 180 netto Monatsgehälter für den Erwerb eines Standardwohnraums aufwenden.
In der Schweiz verschärft nicht nur der hohe Preis die Situation, sondern auch der eingeschränkte Zugang zu Immobilien für Ausländer. In der Tschechischen Republik sind die Preise für Wohnungen trotz des wirtschaftlichen Wachstums in den letzten 5 Jahren fast doppelt so hoch gestiegen.
Dies schafft eine tiefe Ungleichheit zwischen denjenigen, die bereits Immobilien besitzen, und der Jugend oder Neuankömmlingen, die gezwungen sind, Wohnraum unter ungünstigen Bedingungen zu mieten.
Was bis Ende 2025 mit den Immobilienpreisen passiert
Analysten erwarten, dass die Preise für Wohnraum in Europa bis Ende 2025 um weitere 3-4% steigen werden, während die Mietpreise um 2% ansteigen könnten. Dies hängt mit dem begrenzten Angebot, dem Anstieg der Materialkosten und der gestauten Nachfrage zusammen.
In den baltischen Staaten, Polen und Bulgarien wird das Interesse von Ausländern am Erwerb von Immobilien auch den internen Druck auf den Markt erhöhen. Gleichzeitig wird in Ländern wie Spanien und Portugal eine gewisse Stabilisierung erwartet – dank eines Rückgangs der touristischen Nachfrage nach Wohnraum.
'In den kommenden Jahren wird der entscheidende Faktor nicht so sehr der Preis, sondern der Zugang zu Hypotheken sein. Wenn die Zentralbanken die Zinsen hoch halten, wird die Nachfrage gedämpft', stellt der Analyst der Investmentplattform Muno Real Estate, Markus Jensen, fest.
Zusammenfassend lässt sich sagen: In Dänemark sind die Preise für Wohnraum für Käufer in Europa am günstigsten, auch im Vergleich zu anderen teuren Ländern. Dennoch bleibt die Gesamtsituation auf dem Wohnungsmarkt in der EU angespannt, da die Preise weiterhin steigen, insbesondere in den Ländern Mittel- und Osteuropas. Weitere Preissteigerungen bis Ende 2025 sind zu erwarten, was Immobilien für die Mehrheit der Bürger weniger erschwinglich machen könnte.
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