Pilz aus Tschernobyl soll Astronauten vor Strahlung schützen – neue Erkenntnisse aus dem All.
Der Schimmelpilz Cladosporium sphaerospermum im Fokus der Forschung
Nach Angaben von TSN.ua: Wissenschaftler untersuchen den Pilz Cladosporium sphaerospermum, der in der verstrahlten Umgebung von Tschernobyl überleben und sich sogar vermehren kann. Diese Entdeckung könnte für den Schutz von Raumfahrern vor kosmischer Strahlung bahnbrechend sein – eines der größten Hindernisse für Langzeitmissionen im Weltraum.
Der Reaktorunfall im Kernkraftwerk Tschernobyl im Jahr 1986 zählt zu den folgenschwersten Ereignissen der Nukleargeschichte. In der kontaminierten Zone zeigte der Pilz Cladosporium sphaerospermum außergewöhnliche Eigenschaften, die ihn zu einem zentralen Objekt der Forschung machen. Eine 2022 im Fachmagazin Frontiers in Microbiology veröffentlichte Studie bestätigte diese besonderen Fähigkeiten.
Versuch auf der Internationalen Raumstation
Um die Eigenschaften des Pilzes genauer zu ergründen, wurde ein Experiment auf der Internationalen Raumstation (ISS) durchgeführt – genauer gesagt im autonomen Modul CubeLab. Strahlungssensoren zeigten, dass die Strahlenbelastung unterhalb der Pilzkultur niedriger war als in Bereichen der Petrischale ohne Schimmel. Das deutet darauf hin, dass sich Cladosporium sphaerospermum als Strahlenschutz eignen könnte – eine vielversprechende Option für den Einsatz im Weltall.
Bemerkenswert ist, dass die Strahlung in manchen Teilen der Tschernobyl-Zone geringer ausfällt als die natürliche Hintergrundstrahlung auf der Erde. Das eröffnet völlig neue Perspektiven für die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Strahlung und lebenden Organismen.
Die Untersuchung von Cladosporium sphaerospermum könnte somit den Weg für neuartige Schutztechnologien ebnen – nicht nur für die Raumfahrt, sondern auch für den Gesundheits- und Umweltschutz. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten die Forschung in den Bereichen Bioremediation und strahlungsresistenter Materialien vorantreiben, was in der heutigen Welt von großer Relevanz ist.
Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, wie Lebewesen möglicherweise an extreme Bedingungen angepasst werden könnten – sowohl auf der Erde als auch im Kosmos.
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