Nur wenn der Westen geschlossen auftritt, kann Putin von einem Atomwaffeneinsatz abgehalten werden – warnt Experte Edward Lucas.
Warum Einigkeit im Westen für die Ukraine so entscheidend ist
Nach Angaben von Espreso.tv: Der Sicherheitsexperte und Autor Edward Lucas hat in einem Interview mit den Sendern Espreso und Slawa.TV die Notwendigkeit betont, russischen Desinformationskampagnen entschlossen entgegenzutreten. Er machte deutlich, dass ein geschlossenes Vorgehen der westlichen Staaten bei der Unterstützung der Ukraine derzeit das wichtigste Mittel sei, um die russische Aggression einzudämmen. Dabei ging Lucas auch auf die Haltung Chinas ein: Peking habe kein Interesse daran, dass Moskau zu Atomwaffen greife.
Wie realistisch ist ein russischer Atomschlag?
Moderator Anton Borkowski, der die Sendung „Studio West“ leitet, konfrontierte Lucas mit der Frage nach der konkreten Gefahr eines russischen Nuklearangriffs. Der Experte bezifferte die Wahrscheinlichkeit dafür mit „fifty-fifty“, relativierte dies jedoch zugleich.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Putin tatsächlich Atomwaffen einsetzen wird, ist sehr gering“, so Lucas. Dennoch sei es in der aktuellen Krisenphase von größter Bedeutung, dem Kreml Geschlossenheit zu zeigen:Deshalb ist es jetzt das Wichtigste, Putin unsere Einheit zu demonstrieren.In dem Gespräch wurde auch Jake Sullivan erwähnt, ein Vertreter der Biden-Administration, der ebenfalls die Notwendigkeit einer global abgestimmten Reaktion auf die russischen Drohungen hervorgehoben habe. Demgegenüber behauptete Juri Uschakow, ein Berater des russischen Präsidenten, die europäischen Staats- und Regierungschefs hätten den US-Präsidenten beim G7-Gipfel mit „schädlichen Ideen“ gefüttert – ein Hinweis auf die anhaltenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland.
Lucas‘ Fazit ist eindeutig: Der Westen muss aktiv handeln, um russische Einflussnahme zu bekämpfen und die Stabilität in der Region zu wahren. Die Lage bleibe angespannt, und die Einheit der westlichen Staaten in Sicherheitsfragen sei der entscheidende Hebel, um die russische Aggression – insbesondere mit Blick auf die nukleare Option – zu stoppen. Angesichts der widersprüchlichen Aussagen aus beiden Lagern ist in den kommenden Monaten mit verstärkten diplomatischen Bemühungen zu rechnen, um die Situation zu beruhigen.
Lesen Sie auch
- Kreml plant umfassende Mobilmachung im Herbst: Neue Details zu Russlands Vorbereitungen
- Polen droht Selenskyj mit Aberkennung des Weißen-Adler-Ordens wegen Ehrung der UPA
- Rekordhilfe für die Ukraine: 4 Milliarden Dollar beim 35. Ramstein-Treffen beschlossen
- Ukraine und Polen einigen sich auf Exhumierungen in Jaworzno: Ein Wendepunkt für die bilateralen Beziehungen?
- Trump setzt Gebühren für Durchfahrt durch die Straße von Hormus für 60 Tage aus – Bedingung ist ein Abkommen mit dem Iran
- Polnische Orden zurückgegeben: So reagieren ukrainische Politiker auf die Aberkennung von Selenskyjs Auszeichnung

