Russlands Haushalt unter Druck: Krieg verschlingt fast die Hälfte der Ausgaben, Jahresdefizit fast erreicht.
Die wirtschaftliche Lage Russlands während des Krieges
Nach Angaben von TSN.ua: Der Experte Wolodymyr Kudryzkyj beleuchtet die finanziellen Folgen des Krieges für Russland. Seiner Analyse zufolge steckt das Land in einem erheblichen Haushaltsdefizit, während die Militärausgaben enorm sind. Rund die Hälfte des gesamten Staatshaushalts fließt laut Kudryzkyj in die Kampfhandlungen. Der russische Etat für das Jahr 2026 beläuft sich auf etwa 42 Billionen Rubel, wobei ein Fehlbetrag von 4 Billionen Rubel eingeplant ist.
Bereits in den ersten beiden Monaten des Jahres 2023 zeigte sich die prekäre Lage: Das Defizit erreichte 3,5 Billionen Rubel.
„Allein im Januar und Februar dieses Jahres betrug ihr Haushaltsdefizit bereits 3,5 Billionen Rubel“ – Wolodymyr Kudryzkyj.Aufgrund der steigenden Kosten für den Militäreinsatz muss Russland seinen Haushalt immer wieder anpassen, was nach Einschätzung des Experten auf tiefgreifende wirtschaftliche Probleme hindeutet.
Ausgaben und Finanzierungsquellen
Kudryzkyj weist darauf hin, dass von den insgesamt 42 Billionen Rubel, die Russland ausgibt, 20 Billionen Rubel direkt in die Kriegsführung investiert werden.
„Russland hat einen Haushalt von etwa 42 Billionen Rubel. Er wurde für dieses Jahr mit einem Defizit von rund 4 Billionen Rubel verabschiedet“ – Wolodymyr Kudryzkyj.Diese Ausgaben zwingen das Land, nach neuen Geldquellen zu suchen, da der Nationale Wohlfahrtsfonds praktisch leer ist. „Der Nationale Wohlfahrtsfonds ist faktisch erschöpft. Es sind nur noch ein paar Millionen Rubel übrig“, betont er.
Kudryzkyj erläutert zudem die Abhängigkeit Russlands vom Ölexport. Monatlich werden 140 bis 145 Millionen Barrel verkauft. Ein Anstieg des russischen Ölpreises um zehn Dollar könnte monatlich bis zu 150 Milliarden Rubel zusätzlich einbringen. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage könnte das Land jedoch gezwungen sein, die Notenpresse anzuwerfen.
„Die Russen werden wohl Geld drucken müssen“ – Wolodymyr Kudryzkyj.
Abschließend hebt Kudryzkyj die begrenzten eigenen wirtschaftlichen Ressourcen Russlands hervor. Gleichzeitig betont er, dass das Land auf die Unterstützung der westlichen Welt zählen kann: „Unsere eigenen wirtschaftlichen Mittel reichen nicht aus, aber hinter uns steht der wirtschaftliche Rückhalt der westlichen Welt“, fasst er zusammen.
Angesichts des anhaltenden Krieges und der immosen Militärausgaben steht Russland vor ernsten wirtschaftlichen Herausforderungen, die die Stabilität seines Finanzsystems gefährden könnten. Das Haushaltsdefizit und die erschöpften Mittel des Wohlfahrtsfonds machen dringende Reformen und die Erschließung neuer Finanzierungsquellen notwendig. Gleichzeitig birgt die Abhängigkeit von Ölexporten sowohl Chancen als auch Risiken – je nach Entwicklung der globalen Energiepreise.
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