NATO-Beitritt von Finnland und Schweden: Wie der Ukraine-Krieg die politische Landschaft umkrempelte.

NATO-Beitritt von Finnland und Schweden: Wie der Ukraine-Krieg die politische Landschaft umkrempelte
NATO-Beitritt von Finnland und Schweden: Wie der Ukraine-Krieg die politische Landschaft umkrempelte

Wandel in Finnlands und Schwedens politischer Landschaft

Nach Angaben von UATV: Der Ukraine-Krieg und der darauffolgende NATO-Beitritt haben die politische Landschaft Finnlands und Schwedens grundlegend verändert. Arkadij Mosches, Politikanalytiker und Leiter des Forschungsprogramms zur östlichen Nachbarschaft der EU und Russland am Finnischen Institut für Internationale Beziehungen, beleuchtet diese Entwicklung. Dabei betont er, dass historische Ereignisse wie der Krieg gegen die Sowjetunion die heutige Lage in der Region maßgeblich prägen.

Im Jahr 2022 trat Finnland der NATO bei. Die öffentliche Unterstützung für den Beitritt schnellte innerhalb von drei Monaten von 25 % auf fast 80 % in die Höhe – ein klarer Indikator für den Stimmungswandel angesichts der russischen Bedrohung. Mosches stellt fest:

„Die NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens – ich glaube, wenn Anfang 2021 jemand hier gesagt hätte, dass dies innerhalb eines Jahres Realität werden könnte, hätte ihm niemand geglaubt.“

Ein sichtbares Zeichen der neuen Realität ist die geschlossene finnisch-russische Grenze. Laut Mosches ist

„das Symbol dafür die geschlossene Grenze“
. Anfang der 2010er Jahre überquerten jährlich rund 13 Millionen Menschen diese Grenze, doch seit über drei Jahren ist sie dicht. Gleichzeitig leisten rund 85 % der finnischen Männer ihren Wehrdienst – ein Beleg für die Verteidigungsbereitschaft des Landes.

Der Forscher verweist zudem auf die historische Prägung: Finnland verlor im Krieg gegen die Sowjetunion 1939 Gebiete wie die Karelische Landenge und die Stadt Wyborg. „Finnland war 1939 selbst Angriffsziel der Sowjetunion“, erinnert er. Diese Vergangenheit, so Mosches, formt das heutige politische Bewusstsein und die Sicherheitsstrategie des Landes.

Aktuelle Gefahren und Lehren aus der Vergangenheit

Darüber hinaus bestehen in der Region weitere Risiken. In Belarus sitzen über 1500 politische Gefangene, was auch in den Nachbarländern Besorgnis auslöst. Mosches betont: „Der Westen, zumindest Europa, wird nicht wieder auf dieselben Rechen treten“ – ein Hinweis darauf, wie wichtig historische Lehren für die aktuelle Politik sind.

Die Diskussion über russische Bedrohungen, darunter hybride Angriffe und Sicherheitsrisiken, gewinnt vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen zunehmend an Bedeutung. Die Analysen von Arkadij Mosches liefern einen wichtigen Rahmen, um die Veränderungen in der politischen Landschaft Finnlands und Schwedens zu verstehen, die sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und der geopolitischen Spannungen in der Region vollziehen.

Die politischen Veränderungen in Finnland und Schweden, die mit dem NATO-Beitritt einhergehen, zeigen eine Anpassung der Sicherheitsstrategien an die Bedrohung durch Russland. Historische Erfahrungen, insbesondere der Krieg gegen die Sowjetunion, beeinflussen das gegenwärtige politische Bewusstsein dieser Länder. Die geschlossene finnisch-russische Grenze und die hohe militärische Einsatzbereitschaft unterstreichen Finnlands entschlossenen Ansatz zur Sicherung seines Landes angesichts wachsender geopolitischer Herausforderungen.


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