UN-Seegerichtshof: Russland schuldig im Streit um die Kertsch-Brücke – aber keine Entschädigung für die Ukraine.
Das Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag
Nach Angaben von Novyny.live: Am 15. Juni 2026 fällte der Internationale Gerichtshof in Den Haag sein Urteil im Rechtsstreit zwischen der Ukraine und Russland über die Meerenge von Kertsch. Die Richter wiesen die zentralen Vorwürfe Kiews zurück, stellten jedoch fest, dass Moskau beim Bau der 19 Kilometer langen Kertsch-Brücke gegen das internationale Seerecht verstoßen hat. Besonders hob das Gericht hervor, dass Russland vor dem Bau keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt hatte. Die Brücke verbindet die Taman-Halbinsel mit der annektierten Krim und war seit 2016 Gegenstand eines von der Ukraine angestrengten Verfahrens. Der gesamte Rechtsstreit erstreckte sich über ein Jahrzehnt.
Folgen des Spruchs
Obwohl das Gericht einen Verstoß gegen das internationale Seerecht feststellte, sprach es der Ukraine keine finanziellen oder materiellen Entschädigungen zu. Der Richterspruch, der am 22. April bestätigt wurde, markiert einen wichtigen Meilenstein in dem andauernden Konflikt zwischen beiden Ländern. Die meisten ukrainischen Anschuldigungen wurden von den Haager Richtern verworfen, was in Expertenkreisen und der Öffentlichkeit auf gemischte Reaktionen stieß. Dieses Urteil zeigt, wie komplex das Völkerrecht in langwierigen Auseinandersetzungen sein kann. Für die Ukraine könnte die Feststellung des Rechtsbruchs dennoch eine Grundlage für weitere rechtliche Schritte bieten, auch wenn die fehlende Kompensation die praktische Durchsetzbarkeit des Urteils einschränkt.
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