Nach Enthüllungen über angebliche „Preisliste“ beim Militärersatzamt: Ukrainischer Held Stotsky spricht über Korruption – Beamter nach Fund von 100.000 Dollar entlassen.
Eklat um Vladyslav Stotsky und Andriy Savchuk
Nach Angaben von TSN.ua: Ein Streit zwischen einem mit dem Titel „Held der Ukraine“ ausgezeichneten Nationalgardisten und einem hohen Militärbeamten erschüttert die Region Transkarpatien. Vladyslav Stotsky, Oberleutnant der Nationalgarde, hatte öffentlich gemacht, dass beim dortigen territorialen Ergänzungszentrum (Militärersatzamt, ukrainisch TZK) angeblich feste Summen für die Freilassung von Wehrpflichtigen verlangt werden. Der damalige Leiter des Amtes, Andriy Savchuk, erstattete daraufhin Strafanzeige wegen Verleumdung. Eine Entschuldigung blieb aus. Nur wenig später wurde Savchuk selbst entlassen – nachdem bei ihm 100.000 US-Dollar sichergestellt worden waren. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf mögliche Missstände in den ukrainischen Rekrutierungsbehörden.
In seiner Schilderung bezog sich Vladyslav Stotsky auf Informationen, die er während eines Aufenthalts in Transkarpatien erhalten hatte:
„Ich war in Transkarpatien, und man hat mir dort folgende Preisliste genannt: Wenn dich das TZK am Arm packt, musst du 500 Euro zahlen, damit sie dich sofort loslassen. Setzen sie dich in den Bus – 1.000 Euro. Bringen sie dich ins TZK und stellen die Papiere aus – 10.000 Euro. Fahren sie dich zum Übungsgelände, um dich freizulassen – 15.000 Euro. Und dann lassen sie dich gehen.“
Diese Aussagen lösten breite Empörung aus und führten zu einer direkten Konfrontation zwischen Stotsky und Savchuk. Nach seinen Äußerungen berichtete Stotsky von massivem Druck durch den Amtsleiter:
„Er hat mich hart angegangen: ‚Was hast du da gesagt? Los, entschuldige dich!‘ Aber ich bin standhaft geblieben und habe mich nicht entschuldigt. Daraufhin hat er mich angezeigt und ein Strafverfahren gegen mich eingeleitet.“
Die Lage um das Militärersatzamt
Andriy Savchuk, der sein Amt im Oktober 2023 angetreten hatte, geriet ins Zentrum des Skandals, nachdem bei ihm hohe Bargeldbeträge gefunden worden waren. Am 15. März 2025 gab der Journalist Vitaliy Glagola bekannt, dass die Unterlagen des Falles an die Polizei und die Staatsanwaltschaft der Oblast Transkarpatien übergeben wurden. Dies unterstreicht die Schwere der Vorwürfe.
Vladyslav Stotsky erlangte zuvor Bekanntheit durch ein emotionales Interview mit Yuriy Butusov sowie durch seinen Einsatz bei der Verteidigung eines Stützpunkts nahe dem Dorf Spirne bei Siwersk. Gemeinsam mit sieben weiteren Kämpfern hielt er dort 67 Tage lang die Stellung. Der aktuelle Konflikt verdeutlicht die angespannte Lage in den militärischen Strukturen und die dringende Notwendigkeit von Ermittlungen und Kontrollen der TZK.
Der Skandal um Vladyslav Stotsky und Andriy Savchuk sendet ein wichtiges Signal über mögliche illegale Praktiken in den territorialen Ergänzungszentren der Ukraine. Gleichzeitig könnte dieser Vorfall den Anstoß für eine tiefergehende Analyse und Überprüfung der Militärbehörden geben, da die eingeleiteten Strafverfahren schwerwiegende Konsequenzen für die Beteiligten haben könnten. Die Entwicklung dürfte neue Diskussionen über Transparenz und Verantwortlichkeit im System der nationalen Sicherheit auslösen.
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