Kriegsmüdigkeit in der Ukraine: Nur noch 54% der Bevölkerung sind bereit, den Konflikt zu ertragen.
Rückgang der Bereitschaft, den Krieg zu ertragen
Nach Angaben von Novyny.live: Eine Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) zeigt einen deutlichen Stimmungswandel in der ukrainischen Bevölkerung. Waren im Januar 2026 noch 65 % der Befragten bereit, den Krieg auszuhalten, sank dieser Wert bis März 2026 auf nur noch 54 %. Besonders auffällig ist der Einbruch bei jenen, die einen Tausch der Kontrolle über das Gebiet Donezk gegen Sicherheitsgarantien in Betracht ziehen. Diese Entwicklung deutet auf eine wachsende Unzufriedenheit hin, die vor allem in bestimmten Bevölkerungsgruppen spürbar wird.
Die Erhebung, die Ende Januar 2026 begann, ergab zunächst einen Wert von 65 %. Bereits Mitte Februar war die Zustimmung auf 52 % gefallen, bevor sie sich im März leicht auf 54 % erholte. Gleichzeitig gaben 28 % der Teilnehmer an, den Krieg nur noch für einige Monate oder maximal ein halbes Jahr ertragen zu wollen – ein klares Zeichen für eine nachlassende Toleranz gegenüber der anhaltenden Konfliktsituation.
Sozioökonomischer Kontext
Der stärkste Rückgang der Kriegsbereitschaft wurde bei denjenigen verzeichnet, die einen Austausch der Kontrolle über die Region Donezk gegen Sicherheitsgarantien für denkbar halten. Deren Anteil fiel von 38 % im Januar auf 26 % im März. In der Gruppe, die dieses Szenario als schwierig, aber akzeptabel bewertet, sank der Wert von 58 % auf 35 %. Selbst unter den entschiedenen Gegnern eines solchen Kompromisses gab es einen Rückgang von 74 % auf 67 %.
Vor dem Hintergrund dieser Umfrageergebnisse ist geplant, im Februar 2026 in der Ukraine eine Überprüfung des Einkommensniveaus der Bürger durchzuführen. Diese Maßnahme könnte die Wahrnehmung des Krieges und die Bereitschaft zu Kompromissen weiter beeinflussen. Interessant ist auch der Vergleich mit Russland: Dort unterstützte im Dezember 2025 zwar noch ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung den Krieg gegen die Ukraine, doch wächst die Zahl derer, die sich gegen aktive Kampfhandlungen aussprechen. Diese Entwicklungen auf beiden Seiten könnten die gesellschaftliche Stimmung im weiteren Verlauf des Konflikts nachhaltig prägen.
Der Rückgang der Bereitschaft, den Krieg zu ertragen, könnte auf eine zunehmende Erschöpfung der Gesellschaft durch den langwierigen Konflikt hindeuten.
Die geplante Einkommensüberprüfung liefert möglicherweise zusätzliche Hinweise darauf, wie sozioökonomische Probleme die Einstellung zum Krieg und zu möglichen Kompromissen in der Zukunft beeinflussen. Sie könnte auch die allgemeine Stimmungslage in der Gesellschaft widerspiegeln und zeigen, inwieweit die Bevölkerung bereit ist, politische Entscheidungen im Kontext von Frieden und Sicherheit zu unterstützen.
Lesen Sie auch
- Ukrainischer Journalistentag: Ein Ehrenwort für die mutigen Chronisten russischer Kriegsverbrechen
- Erbschaft aus dem Ausland beantragen: Ukrainer können jetzt online handeln
- Syrskyj würdigt Journalisten zum Berufstag: Euer Einsatz ist von besonderer Bedeutung
- Russland jagt ukrainische Kinder ab 11 Jahren: Rekrutierung über Spiele und soziale Netzwerke
- Bulgakow-Denkmal in Kiew abgebaut: Was das Institut für Nationales Gedenken dazu sagt
- Handyverbot für eingezogene Ukrainer: Wer künftig ohne Smartphone auskommen muss

