Kiewer Immobilien: Trotz Raketenbeschuss steigen Preise für Altbauwohnungen um 25 Prozent.
Immobilienpreise in Kiew trotz Kriegsfolgen im Aufwind
Nach Angaben von Novyny.live: Der Immobilienmarkt in der ukrainischen Hauptstadt zeigt sich erstaunlich robust. Trotz anhaltender Raketenangriffe und regelmäßiger Stromausfälle verzeichnen vor allem Bestandsimmobilien deutliche Wertsteigerungen. Laut aktuellen Daten vom 5. Februar 2026 liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Neubauwohnungen in Kiew bei etwa 1.352 US-Dollar. Auf dem sogenannten Sekundärmarkt, also für gebrauchte Wohnungen, werden sogar durchschnittlich 1.773 Dollar pro Quadratmeter verlangt.
Die Preise für Bestandsimmobilien haben sich innerhalb eines Jahres um fast 25 Prozent erhöht. Allein in den vergangenen sechs Monaten stiegen die Quadratmeterpreise um mehr als 21 Prozent in Landeswährung und über 17 Prozent in US-Dollar. Die aktuelle Monatsmiete für eine typische Zweizimmerwohnung in Kiew beläuft sich auf rund 24.000 Hrywnja. Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage und infrastruktureller Herausforderungen, die den Alltag der Hauptstadtbewohner prägen.
Nachfrage bleibt trotz längerer Verkaufsdauer hoch
Ein Indiz für die anhaltende Marktdynamik ist die gestiegene Nachfrage. Die durchschnittliche Verkaufsdauer für Zweizimmerwohnungen hat sich zwar auf 57 Tage verlängert, was jedoch auf ein anhaltendes Interesse an Wohnraum selbst unter schwierigen Bedingungen hindeutet. Die Expertin Ljudmyla Kirjuchina kommentiert die Lage wie folgt:
Die Preise auf dem Gebrauchtimmobilienmarkt halten sich nicht nur, sie steigen weiter – trotz der Beschüsse und Versorgungsprobleme. — Ljudmyla Kirjuchina
Diese Aussage unterstreicht, dass die Nachfrage nach Wohnungen in Kiew ungebrochen hoch ist, auch wenn die äußeren Umstände nach wie vor extrem sind.
Insgesamt zeigt der Kiewer Immobilienmarkt für Bestandswohnungen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und positive Tendenzen. Dies lässt auf Hoffnungen für eine künftige Stabilisierung und einen Wiederaufbau schließen.
Die paradox erscheinende Preisentwicklung ist vermutlich auf ein begrenztes Angebot und ein grundlegendes menschliches Bedürfnis nach Stabilität und einem eigenen Zuhause zurückzuführen. Die hohe Nachfrage, insbesondere nach gebrauchten Immobilien, signalisiert, dass viele Einwohner trotz der Krise langfristig in der Hauptstadt bleiben oder investieren wollen. Dies kann auch als Ausdruck eines verbreiteten Optimismus gedeutet werden, der auf eine künftige Erholung des Landes und weiter steigende Investitionen in den Wohnungsmarkt setzt.
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