Klassenzimmer bei 10 Grad: Wie drei Kiewer Bezirke den Unterricht aufrechterhalten.
Unterricht unter erschwerten Bedingungen
Nach Angaben von TSN.ua: Nach Schäden am Heizkraftwerk Nr. 4 (TEC-4) herrschen in vielen Kiewer Schulen nur noch etwa 10 Grad Celsius in den Unterrichtsräumen. Drei Bezirke der Hauptstadt versuchen dennoch, den Schulbetrieb mit Heizlüftern und Generatoren aufrechtzuerhalten, um den Schülerinnen und Schülern ein Mindestmaß an erträglichen Bedingungen zu bieten. Die Situation verdeutlicht die anhaltende Verwundbarkeit der städtischen Infrastruktur.
Lage in den einzelnen Bezirken
Wie sieht es im Dnipro-Bezirk aus? Stand 18. Februar 2026 sind dort 54 allgemeinbildende Schulen in Betrieb. Die Verteilung der Unterrichtsformen zeigt die Herausforderung:
- 40 Schulen halten Präsenzunterricht ab
- 5 Schulen setzen auf einen hybriden Mix
- 9 Schulen sind komplett auf Fernunterricht umgestiegen
Trotz dieser unterschiedlichen Modelle bleibt die Durchschnittstemperatur in den Klassenzimmern mit maximal 10 Grad Celsius alarmierend niedrig.
„Die Entscheidung über die Unterrichtsorganisation trifft die pädagogische Konferenz jeder Schule unter Berücksichtigung der Wetterbedingungen, nachdem die Eltern über die Temperaturen im Gebäude informiert und zu ihrem Präferenzen befragt wurden“, erläuterte Natalia Ivanina.
Ein fragwürdiger Ansatz: Für die 54 Schulen im Dnipro-Bezirk stehen lediglich 4 modulare Heizzentralen zur Verfügung. Diese geringe Anzahl wirft Zweifel an ihrer Effektivität in der aktuellen Krise auf. Offensichtlich reicht die vorhandene Heizkapazität nicht aus, sodass auf zusätzliche, oft ineffiziente Wärmequellen zurückgegriffen werden muss.
Wie ist die Situation im Bezirk Darnyzja? Hier findet in 63,4% der Schulen noch Präsenzunterricht statt, während 36,5% auf Fernunterricht umgestellt haben. Das zeigt, dass ein Teil der Schülerinnen und Schüler trotz der widrigen Umstände den Weg in die Schule findet.
Und im Bezirk Desnja? Seit dem 2. Februar wurde hier der Unterricht wiederaufgenommen, was auf eine leichte Verbesserung der Heizsituation hindeuten könnte. Dennoch bleibt die Temperaturfrage auch hier ein drängendes Problem.
Präsenz- und Hybridunterricht sind nur durch technische Notmaßnahmen der Schulverwaltungen möglich. Diese ermöglichen einen eingeschränkten Betrieb vor dem Hintergrund der anhaltenden Kälte in den Gebäuden. Trotz aller Bemühungen sind die Temperaturen für ein konzentriertes Lernen und Arbeiten jedoch weiterhin unzureichend.
Die anhaltend niedrigen Temperaturen in Kiews Schulen unterstreichen die dringende Notwendigkeit, Fragen der Energieversorgung und Beheizung langfristig zu lösen. Die Schulleitungen sind gezwungen, mit provisorischen Lösungen zu arbeiten, was sich auf die Bildungsqualität und das Wohlbefinden der Kinder auswirken kann. Vor allem in der kalten Jahreszeit sind nachhaltige Lösungen wie eine Modernisierung der Heizsysteme und eine verlässliche Ausstattung der Schulen unerlässlich, um den Unterrichtsbetrieb dauerhaft sicherzustellen.
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