Bakterien als Waffe gegen die Wüste: Chinesische Forscher entwickeln lebende Bodenschicht.
Ein neuer Ansatz gegen die Wüstenbildung
Nach Angaben von TSN.ua: Forschern aus China ist ein Durchbruch im Kampf gegen die Ausbreitung von Wüsten gelungen. Ihr Mittel: spezielle Bakterien. Cyanobakterien, die seit über 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde existieren, können auf Sand eine feste Kruste bilden. Diese hält Feuchtigkeit zurück und schafft so die Grundlage für Pflanzenwachstum. Die Tests fanden in der Nähe der Wüste Taklamakan statt, wo Flächen mit den Mikroorganismen behandelt wurden.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: Die behandelten Sandflächen speicherten die Feuchtigkeit über einen Zeitraum von 10 bis 16 Monaten deutlich länger als unbehandelter Sand. Diese Entdeckung zeigt das enorme Potenzial der Cyanobakterien. Ihre gezielte Ausbringung kann den Prozess der Bodenbildung und Ökosystementwicklung von Jahrzehnten auf wenige Jahre verkürzen – ein entscheidender Vorteil für die Renaturierung.
Labortests bestätigten, dass die durch die Bakterien erzeugte Biokruste den Bodenabtrag durch Wind um mehr als 90 % reduziert. Die Forschung stützt sich auf eine 59-jährige Beobachtungsreihe zur Wiederherstellung von Wüstenböden und unterstreicht so die Bedeutung der Methode für den Umweltschutz und die Rekultivierung geschädigter Landschaften. Damit bietet der neue Ansatz ein vielversprechendes Werkzeug gegen Desertifikation.
Perspektiven für die weltweite Landschaftsrenaturierung
Dieser biologische Ansatz könnte die Praxis der ökologischen Wiederherstellung in von Bodendegradation betroffenen Regionen grundlegend verändern. Der Einsatz von Cyanobakterien erhöht nicht nur die Bodenfeuchte, sondern kann auch die Rückkehr der biologischen Vielfalt fördern – ein Schlüsselfaktor für stabile Ökosysteme. Eine globale Anwendung solcher Technologien könnte helfen, die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Widerstandsfähigkeit von Agrarlandschaften zu stärken.
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