Bank sperrt Konto wegen Flaggen-Verwechslung: Slowenisches Symbol als russisch fehlgedeutet.

Bank sperrt Konto wegen Flaggen-Verwechslung: Slowenisches Symbol als russisch fehlgedeutet
Bank sperrt Konto wegen Flaggen-Verwechslung: Slowenisches Symbol als russisch fehlgedeutet

Konto-Sperre nach Video-Identifikation

Nach Angaben von TSN.ua: Die Monobank-Kundin Karina Kolb zeigte sich empört über die Sperrung ihres Kontos. Der Grund: Bei einer Video-Identifikation am 1. März 2023 soll im Hintergrund eine russische Flagge zu sehen gewesen sein. Karina Kolb, die als Geflüchtete aus Charkiw zunächst nach Slowenien und später nach Deutschland gezogen war, widerspricht dieser Darstellung entschieden. Sie betont, dass es sich bei der gezeigten Flagge um die slowenische handelte und ihre Haltung eindeutig proukrainisch sei. Die Situation stellt ein schwerwiegendes Missverständnis dar, das die Kundin in große Schwierigkeiten brachte.

Karina Kolb wies darauf hin, dass Familienmitglieder von ihr an der Front kämpfen. Sie wollte nicht aufgrund eines Fehlers öffentlich an den Pranger gestellt werden.

„Ich bin in der Ukraine geboren und liebe mein Land“, unterstrich sie.
Zu dem Vorfall sagte sie außerdem:
„Diese Person hat es, ohne die Situation zu klären, zugelassen, mich öffentlich bloßzustellen.“

Reaktion und Konsequenzen der Monobank

Oleh Horokhovskyy, Mitgründer der Monobank, bestätigte, dass die Kontosperrung aufgrund der mutmaßlichen Symbolik des Aggressorlandes im Verifizierungsvideo erfolgte. Serhiy Hnezdilov, ein Vertreter der Bank, äußerte sich zur Vorgehensweise und betonte, man wolle der Monobank, die viel für das Land und die ukrainischen Streitkräfte leiste, nicht schaden. Im Zuge der Überprüfung des Falls kündigte die Bank an, sich bei der Kundin zu entschuldigen. Für die Zukunft versprach man, zumindest die Gesichter von Kunden in Memes zu verpixeln. Zudem wird die Monobank bei Verdacht auf prorussische Haltung von Kunden künftig die Strafverfolgungsbehörden einschalten.

Der Vorfall verdeutlicht die enorme Sensibilität und Komplexität bei der Deutung von Symbolen im Kriegskontext. Für im Ausland lebende Ukrainer können solche Missverständnisse aufgrund kultureller oder nationaler Symbole eine reale Hürde darstellen. Banken und Finanzinstitute stehen hier in der Pflicht, mit besonderer Sorgfalt vorzugehen. Die Reaktion der Monobank lässt auf ein Bemühen schließen, interne Abläufe an die schwierigen Realitäten des Krieges anzupassen und künftige Falschdeutungen zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig, um Vertrauen in einer ohnehin angespannten Lage zu wahren.


Lesen Sie auch

Werbung