Nach Davoser Kritik: Kreml versucht, Europa gegen Selenskyj einzunehmen.
Selenskyjs umstrittener Auftritt in Davos
Nach Angaben von TSN.ua: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos deutliche Kritik an den europäischen Partnern geäußert. Er bemängelte unzureichende Verteidigungshilfen und schlug sogar die Schaffung vereinigter europäischer Streitkräfte vor. Diese Äußerungen haben in Moskau unmittelbare Reaktionen ausgelöst. Der Kreml nutzt die Gelegenheit, um in Europa Stimmung gegen den ukrainischen Staatschef zu machen.
Moskaus scharfe Replik
Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, griff Selenskyj mit drastischen Worten an. Er warf ihm vor,
„die Hand zu beißen, die einen füttert und gibt“.Noch schärfer fiel der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, aus. Er behauptete,
„ihre amerikanischen Herren hätten ihnen ins Gesicht gespuckt“. Solche Aussagen sind ein klares Signal für eine gezielte Kampagne, um Selenskyj auf internationaler Bühne zu diskreditieren und seine Kritik an Europa als Undankbarkeit darzustellen.
Der Vorfall zeigt die anhaltende Spannung zwischen der Ukraine und Russland und offenbart zugleich die schwierige Gratwanderung Kiews im Umgang mit seinen europäischen Unterstützern. Die Ukraine ist auf massive Hilfe angewiesen, muss aber gleichzeitig auf mangelnde Lieferungen hinweisen können.
Die diplomatischen Folgen sind noch nicht abzusehen. Selenskyjs direkte Worte könnten in europäischen Hauptstädten unterschiedlich aufgenommen werden. Entscheidend wird sein, ob die europäischen Partner die Dringlichkeit der ukrainischen Verteidigungsbedürfnisse angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges höher gewichten als die Empfindlichkeit über die Form der Kritik. Dies wird die weitere militärische und politische Zusammenarbeit maßgeblich beeinflussen.
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