Lukaschenkos Machterhalt: Politiker analysiert seine Reisen zu Putin und Xi.
Lukaschenkos Treffen mit Putin und Xi Jinping
Nach Angaben von Espreso.tv: Der Politikwissenschaftler Oleh Lisnyj hat die jüngsten Besuche des selbsternannten belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko bei Wladimir Putin und Xi Jinping bewertet. Seiner Einschätzung nach versucht Lukaschenko unter schwierigen Bedingungen, seine Macht zu sichern. Am 26. Juni 2023 reiste Lukaschenko nach Russland und traf sich dort mit Putin in Waldai. Nur zwei Tage später, am 28. Juni 2023, flog er nach Abschluss der Gespräche mit Putin weiter nach Peking, wo er den chinesischen Staatschef Xi Jinping traf.
Laut Lisnyj agiert Lukaschenko nicht als Führer eines souveränen Staates, sondern eher in der Rolle eines Gauleiters. Der Experte wies darauf hin, dass Lukaschenko die ernsten Gefahren für sich und sein Regime erkennt, falls ein umfassender Krieg in der Ukraine ausbricht. Lisnyj erklärte:
„Lukaschenko versteht: Wenn es zu einem umfassenden Krieg mit der Ukraine kommt, stellt das eine ernste Bedrohung für ihn und sein Regime dar.“ – Oleh Lisnyj
Lukaschenkos verstärkte internationale Aktivitäten
Vor diesem Hintergrund intensiviert Lukaschenko seine Auftritte auf der internationalen Bühne und versucht, eine multi-vektorale Außenpolitik zu verfolgen. Lisnyj zufolge „schaltet Lukaschenko daher den ‚Multi-Vektor-Modus‘ ein: Er spielt sowohl mit den Amerikanern, den Chinesen, der Ukraine als auch mit Putin“. Dies zeigt sein Bestreben, seine politische Position zu bewahren, während sich die innen- und außenpolitischen Herausforderungen für Belarus verschärfen.
Die Reisen zu Putin und Xi Jinping verdeutlichen Lukaschenkos Versuch, in einer prekären Lage Rückhalt zu finden. Angesichts wachsender innerer Probleme und äußerer Spannungen bemüht er sich, diplomatische Präsenz zu zeigen – ein Zeichen dafür, dass er um seinen Verbleib auf der politischen Bühne kämpft. Diese Ereignisse unterstreichen die Bedeutung internationaler Beziehungen für Lukaschenkos Regime angesichts möglicher künftiger Gefahren.
Lesen Sie auch
- KI-Wettlauf: Xi Jinping kündigt neue Weltorganisation an – Peking fordert USA heraus
- Peking fordert drastischen Preisnachlass: Verhandlungen über „Power of Siberia 2“ festgefahren
- Chinas wirtschaftlicher Griff: Putins Abhängigkeit wächst von 10 auf 40 Prozent
- Belarus lockt Arbeitskräfte und baut Armee auf – warum Lukaschenko den Krieg vermeidet
- Nordkorea kündigt Ausbau der Atomstreitkräfte an: China bekräftigt strategische Unterstützung
- Reise von Andrij Sybiha nach Peking: Kann sie Chinas Haltung zum Krieg beeinflussen?

