Belarus lockt Arbeitskräfte und baut Armee auf – warum Lukaschenko den Krieg vermeidet.
Arbeitsmigranten für Belarus: Ein neuer Gesetzesentwurf erlaubt Ausländern den Militärdienst
Nach Angaben von UATV: Alexander Lukaschenko hat Arbeitsmigranten aus Zentralasien, Pakistan und weiteren Ländern nach Belarus eingeladen. Parallel dazu arbeitet das belarussische Parlament an einem Gesetzesentwurf, der es Ausländern ermöglichen soll, in der Armee zu dienen. Diese Schritte deuten auf einen wachsenden Bedarf an Arbeitskräften und eine mögliche Stärkung der militärischen Strukturen des Landes hin.
Gegenüber dem Krieg in der Ukraine zeigt sich Lukaschenko zurückhaltend und betont, dass die belarussische Armee nicht in den Konflikt eingreifen werde.
„Niemand wird euch in dieses Gemetzel schicken. Wir brauchen keinen Krieg. Es ist schlimm, dass in der Ukraine Krieg herrscht. Wir sind Befürworter einer friedlichen Lösung“, erklärte er. Zudem stellte Lukaschenko fest: „Der Krieg findet praktisch in unserem Vorgarten statt. Wir wollen diesen Krieg nicht, weil wir darunter leiden könnten.“ Trotz dieser Aussagen bleibt der Druck aus Russland auf Minsk bestehen, sich stärker am Konflikt zu beteiligen.Handelsbeziehungen mit Russland: Treibstoffexporte steigen deutlich
Gleichzeitig baut Belarus seine Treibstofflieferungen nach Russland aus. Im Juni 2026 exportierten belarussische Raffinerien über 181.000 Tonnen Benzin nach Russland. Im ersten Halbjahr 2026 überstieg der Benzinexport nach Russland 453.000 Tonnen. Auch die Lieferungen von Dieselkraftstoff stiegen auf 77.000 Tonnen, die von Flugzeugtreibstoff auf 16.000 Tonnen.
Diese Zahlen belegen eine Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen Belarus und Russland, trotz politischer Spannungen. Lukaschenko unternahm zudem Reisen nach Russland und China. Während seines Aufenthalts in Peking traf er den chinesischen Staatschef Xi Jinping und nahm anschließend an einem nichtöffentlichen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin teil. Diese Besuche könnten darauf hindeuten, dass Lukaschenko die internationale Position von Belarus stärken und neue Kooperationsmöglichkeiten in Bereichen wie Wirtschaft und Sicherheit erschließen möchte.
Die Einladung von Arbeitsmigranten und die Ausarbeitung eines Gesetzes zu ihrem möglichen Armeedienst könnten eine Reaktion auf wachsende Herausforderungen im Land sein – insbesondere den Arbeitskräftemangel und den Bedarf an einer verbesserten Verteidigungsfähigkeit. Gleichzeitig zeigt die verstärkte Handelsaktivität mit Russland unter dem Druck Moskaus die komplexe politische Lage, in der Belarus versucht, ein Gleichgewicht zwischen Unabhängigkeit und Abhängigkeit von seinen Verbündeten zu wahren. Diese Entwicklungen könnten weitreichende Folgen für die Innen- und Außenpolitik des Landes haben.
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