Rekordverlust von 1 Billion Rubel bei Lukoil: Russische Unternehmen flüchten in Bargeld.
Lukoil verzeichnet Milliardenverlust im Jahr 2025
Nach Angaben von UATV: Der russische Ölkonzern Lukoil hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem historischen Fehlbetrag abgeschlossen. Die Verluste beliefen sich auf umgerechnet 1,06 Billionen Rubel – das entspricht mehr als 13 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 10,5 Milliarden Dollar erzielt. Dieser drastische Einbruch verdeutlicht die angespannte wirtschaftliche Lage in Russland. Immer mehr kleine Unternehmen meiden bargeldlose Zahlungen, da steigende Steuern und sinkende Kaufkraft der Bevölkerung den Druck erhöhen.
Steuerreformen und ihre Auswirkungen
Konkret wurde die Mehrwertsteuer in Russland von 20 auf 22 Prozent angehoben. Gleichzeitig sank die Umsatzschwelle, ab der Unternehmen mehrwertsteuerpflichtig werden, von 60 auf 20 Millionen Rubel. Diese gesetzlichen Änderungen dämpfen die wirtschaftliche Aktivität spürbar, wie Umfragen belegen. Laut dem Lewada-Zentrum sehen 48 Prozent der Befragten ‚niedrige Einkommen‘ als ihr größtes Problem. Nur 41 Prozent der Russen schätzen ihr Einkommen als höher ein als das notwendige Existenzminimum. Die Armutsgrenze lag laut Statistikbehörde Rosstat im vierten Quartal dieses Jahres bei 17.100 Rubel.
Die finanziellen Rahmenbedingungen zeigen sich auch an den Wechselkursen. Am 19. März notierte der Yuan bei 12,65 Rubel, der Dollar erreichte am außerbörslichen Markt 86,89 Rubel, und der Euro notierte im Interbankenhandel bei 99,5 Rubel. Die schwierige Lage zwingt Unternehmer zu neuen Strategien.
„Viele Geschäftsleute geben ihre Unternehmen auf und wechseln zu Bargeld“, erklärte Wjatscheslaw Schirjajew.
Vor dem Hintergrund wachsender wirtschaftlicher Schwierigkeiten zeigt eine Umfrage, dass jeder zweite Befragte gezwungen ist, Einkäufe mit Waren oder Dienstleistungen bar zu bezahlen. Diese Entwicklung unterstreicht die allgemeine finanzielle Instabilität im Land und deutet auf mögliche negative Folgen für die Gesamtwirtschaft hin.
Der Verlust von Lukoil macht die tiefgreifenden wirtschaftlichen Probleme Russlands deutlich – insbesondere im Zusammenhang mit der Steuerpolitik und den sinkenden Einkommen der Bevölkerung. Dies könnte zu weiteren Investitionskürzungen und einem Rückgang der Wirtschaftsaktivität führen, was wiederum die Lage vieler Unternehmen und die Beschäftigung im Land beeinträchtigt. Die Krise erfordert neue Anpassungsstrategien, nicht nur von Großkonzernen, sondern auch von kleinen Firmen, um auf die sich verändernden Marktbedingungen zu reagieren.
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