Putin scheut neue Mobilmachung – Nur bei Lebensgefahr denkbar.
Unbeliebte Truppenaushebung: Russlands Mobilisierungs-Dilemma
Nach Angaben von UATV: Eine erneute allgemeine Mobilmachung wäre in der russischen Bevölkerung höchst unpopulär. Der Politologe Rostislaw Murzagulow äußerte am 9. Februar gegenüber dem Sender FREEДОM die Einschätzung, dass Präsident Wladimir Putin diesen Schritt nur dann verkünden würde, wenn sein eigenes Leben in unmittelbarer Gefahr sei. Diese Zurückhaltung erklärt Murzagulow mit der Verfügbarkeit anderer Personalkanäle: Es gebe in Russland eine große Anzahl von Menschen, die für Geld in die Armee einträten, darunter viele Straftäter mit Vorstrafen, die sich in Gefängnissen befänden.
Murzagulow bezifferte diese Gruppe auf Hunderttausende. Man müsse sie gewissermaßen aus den Gefängnissen 'herausklopfen', da sie unter Zwang handelten. Diese Praxis offenbare, dass klassische Mobilisierungsmaßnahmen in der Gesellschaft kaum Rückhalt finden und die Behörden auf Zwangsrekrutierungen zurückgreifen müssten. Die Rekrutierung aus Gefängnissen ist ein Zeichen für den akuten Personalmangel, der nicht durch freiwillige Meldungen gedeckt werden kann.
Verheerende Verluste verschärfen den Druck
Die Dringlichkeit der Personalfrage wird durch die enormen Verluste an der Front unterstrichen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte gab bekannt, dass die russischen Streitkräfte monatlich zwischen 20.000 und 25.000 Soldaten in der Ukraine verlören. Diese hohen Opferzahlen unterstreichen die Schwere der Lage für die russische Armee und erhöhen den Druck auf die Personalbeschaffung.
Die Analyse Murzagulows spiegelt eine tiefe Vertrauenskrise wider: Die russische Gesellschaft steht hinter den Mobilisierungsmaßnahmen nicht geschlossen. Angesichts der hohen Verluste und der weit verbreiteten Kriegsmüdigkeit könnte der Kreml in eine Zwickmühle geraten, in der eine erzwungene allgemeine Mobilmachung als letzter Ausweg erscheint. Diese Faktoren werden die weitere Kriegsführung Russlands in der Ukraine und die innere Stabilität des Landes maßgeblich beeinflussen.
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