Ex-Vizechef des Präsidialamtes soll 141 Millionen Hrywnja mittels Solaranlagen auf besetztem Geburt veruntreut haben.
Schwere Vorwürfe gegen Rostyslaw Schurma
Nach Angaben von TSN.ua: Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) wirft Rostyslaw Schurma, dem ehemaligen stellvertretenden Leiter des Präsidialamtes, vor, 141 Millionen Hrywnja aus dem Staatshaushalt veruntreut zu haben. Der Betrug soll über ein Solarenergiegeschäft auf abgetretenem Territorium abgewickelt worden sein. Ermittlern zufolge wurden die Gelder durch komplexe Schemen im Zusammenhang mit Solarstromanlagen abgezweigt.
Gemeinsam mit seinem Bruder habe Schurma in den Jahren 2019 und 2020 die Kontrolle über Solarparks in der Region Saporischschja übernommen. Die Anlagen erstreckten sich über eine Fläche von 110 Hektar. Nach der russischen Invasion geriet dieses Gebiet im Bezirk Wassyliwka jedoch unter feindliche Kontrolle. Dennach setzte das staatliche Unternehmen 'Garantierter Käufer' die Zahlungen für den ins Netz eingespeisten Strom zum geförderten 'Grünen Tarif' fort – trotz der Besetzung.
Wohin floss der Strom, wohin floss das Geld?
Seit Sommer 2022 wurde der dort erzeugte Strom laut Angaben für den Betrieb des Saporischschja-Eisenerzkombinats genutzt. Die Einnahmen aus der Stromproduktion landeten jedoch auf den privaten Konten des ehemaligen Präsidialamts-Vizes und seiner Familienmitglieder. Der bekannte Politiker Oleksandr Abakumow hatte bereits früher auf diesen Vorgang hingewiesen.
Jaroslaw Schelesnjak, ein NABU-Vertreter, berief sich auf Satellitenbildanalysen, die zeigten, dass die Besatzer zunächst begannen, die wertvollen Solarmodule abzubauen, sie später aber wieder installierten. Diese Details unterstreichen die bizarre und verworrene Lage rund um die Solaranlagen im Kriegsgebiet.
Nachdem die Vorwürfe bekannt wurden, verließ Rostyslaw Schurma die Ukraine und reiste im Herbst 2024 nach Deutschland aus. Der Fall der Solarparks und die Anschuldigungen gegen den Ex-Beamten werfen ein grelles Licht auf die anhaltenden Probleme mit Korruption und der Kontrolle öffentlicher Mittel selbst unter Kriegsbedingungen.
Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig eine lückenlose Kontrolle der Haushaltsmittel ist – besonders in Kriegszeiten, in denen jede Ressource knapp ist.
Die Untersuchungen der Antikorruptionsbehörden könnten daher eine Schlüsselrolle für mehr Transparenz im Umgang mit Staatsfinanzen spielen und helfen, ähnlichen Missbräuchen künftig vorzubeugen. Der Fall illustriert, wie Krieg und Besetzung für persönliche Bereicherung ausgenutzt werden können.
Lesen Sie auch
- Ukraine entgeht 2024 einer Finanzkrise: So steht es um die Wirtschaft
- Dritter Anlauf im Parlament: Ukraine plant schärferes Gesetz zum Schutz von Minderjährigen vor schädlichen Inhalten
- Kriegsjahr fünf ohne Finanzkrise: Das ist laut Schelesnjak der entscheidende Grund
- 1,5 Millionen Dollar für die Ausbildung seines Sohnes: Der Fall Galuschtschenko und die Offshore-Verbindungen
- Schärfere Regeln für den Reservedienst: Ukraine erhöht Gehaltsschwelle für Firmen auf drei Mindestlöhne
- Ukrainisches Parlament lehnt Entkriminalisierung von Pornografie ab: Gesetzesvorlage Nr. 12191 scheitert an Stimmen

