Seit Wochen stehen Odesas Straßenbahnen still: So kämpft das Depot gegen den Stromausfall.

Seit Wochen stehen Odesas Straßenbahnen still: So kämpft das Depot gegen den Stromausfall
Seit Wochen stehen Odesas Straßenbahnen still: So kämpft das Depot gegen den Stromausfall

Stillstand auf den Schienen

Nach Angaben von Novyny.live: Seit mehr als einem Monat rollen in Odessa keine Straßenbahnen mehr. Die anhaltenden Stromausfälle haben den Betrieb des städtischen Elektroverkehrs lahmgelegt. Während die Stadt im Dunkeln liegt, nutzt das Straßenbahndepot die Zwangspause für die technische Wartung seiner Wagen, um sie für eine mögliche Wiederaufnahme des Betriebs bereitzuhalten. Das kommunale Unternehmen 'Odesmiskelektrotrans' genießt als Teil der kritischen Infrastruktur Priorität, was seine systemrelevante Rolle unterstreicht.

Der Fuhrpark umfasst 217 Straßenbahnen und 143 Oberleitungsbusse. Vor den Blackouts waren täglich etwa 90 Bahnen und 60 bis 70 Busse im Einsatz. Jetzt konzentriert man sich in der erzwungenen Betriebspause voll auf die Instandhaltung. Tag für Tag arbeiten die Techniker daran, die Fahrzeuge betriebsbereit zu halten – eine mühsame Aufgabe angesichts der prekären Lage.

Die Situation wird als äußerst angespannt, aber kontrollierbar eingeschätzt. Wie Serhij Schtsch erbanj mitteilt, kommt die Logistik für dringend benötigte Ersatzteile nur stockend in Gang, was die Vorbereitungen deutlich erschwert. Bevor ein regulärer Fahrbetrieb überhaupt möglich ist, müssen zunächst spezielle Arbeitswagen ausrücken, um das Schienennetz und die Oberleitungen von Schmutz und Schäden zu befreien.

Kosten laufen weiter, Personal wird knapp

Die Fixkosten des Betriebs bleiben bestehen: Gehälter, Sicherheitsdienste sowie die Unterhaltung von Fahrzeugen, Oberleitungen und Umspannwerken. Das macht das Unternehmen zum Zuschussbetrieb, der in hohem Maße von der finanziellen Unterstützung durch das Stadthaushalt abhängt. Zugleich verschärft der allgemeine Personalmangel in Odessa die Krise, denn auch die Straßenbahnfahrer benötigen verlässliche Arbeitsbedingungen trotz des ungewissen Fahrplans.

Zusammenfassend bleibt die Lage in Odessas Depots unter Kontrolle, verlangt aber nach anhaltender Aufmerksamkeit und tatkräftiger Unterstützung der Stadtverwaltung, um den öffentlichen Nahverkehr am Leben zu erhalten.

Die Wiederinbetriebnahme der Straßenbahnen hat für die Verantwortlichen oberste Priorität, da der elektrische Nahverkehr für die Mobilität der Bürger unverzichtbar ist. Angesichts der doppelten Herausforderung durch Blackouts und Lieferengpässe sind nun verbesserte Logistik und verlässliche Finanzierung nötig, um die Betriebsstabilität zu gewährleisten. Die Krise zeigt eindrücklich, wie abhängig kritische Infrastruktur von staatlicher und kommunaler Unterstützung in Notzeiten ist.


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