Neue Regeln für Online-Verkäufer: Ukrainisches Parlament beschließt Digitalplattform-Steuer.
Gesetz zur Besteuerung digitaler Plattformen
Nach Angaben von Novyny.live: Am 9. Juni 2026 verabschiedete die Werchowna Rada der Ukraine ein Gesetz zur Besteuerung digitaler Plattformen, das ab Januar 2027 in Kraft tritt. Die als „OLX-Steuer“ bekannte Regelung zielt darauf ab, automatisch Steuern auf Einkünfte von Verkäufern und Dienstleistern auf Online-Marktplätzen zu erheben. Die digitale Plattform selbst übernimmt dabei die Rolle des Steueragenten.
Künftig sind die Plattformen für den automatischen Einzug der Steuern verantwortlich. Der Steuersatz beträgt 10 % der persönlichen Einkommensteuer (PES) – eine deutliche Reduzierung gegenüber den bisherigen 23 %. Diese Änderung soll den Verwaltungsaufwand für Verkäufer verringern und die Steuerehrlichkeit fördern.
Erwartete Ergebnisse und wirtschaftliche Auswirkungen
Das Gesetz legt zudem eine Freigrenze fest: Wer gebrauchte oder persönliche Gegenstände verkauft, bleibt bis zu einem Jahresumsatz von 2000 Euro steuerfrei. Die Regierung rechnet mit zusätzlichen jährlichen Einnahmen von rund 14 Milliarden Griwna.
Finanzminister Serhij Martschenko betonte: „In Kriegszeiten fließen alle innerstaatlichen Haushaltseinnahmen in die Finanzierung des Sicherheits- und Verteidigungssektors.“
Das Vorhaben ist Teil der Bemühungen, die finanzielle Stabilität des Landes zu sichern und trotz der schwierigen Wirtschaftslage wichtige Sozialprogramme aufrechtzuerhalten. Die neuen Regeln sollen es dem Staat ermöglichen, von der wachsenden Online-Wirtschaft stärker zu profitieren.
Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes reagiert die Regierung auf die veränderten wirtschaftlichen Gegebenheiten durch Digitalisierung und E-Commerce. Angesichts der steigenden Beliebtheit von Online-Transaktionen könnte der neue Steuermechanismus den Schattensektor eindämmen und die Steuereinnahmen erhöhen. Gleichzeitig erfordert die Umsetzung eine klare Kommunikation mit allen Marktteilnehmern, um negative Folgen für Kleinunternehmer und Verbraucher zu vermeiden.
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