Polens Löhne steigen, doch die Beschäftigungslage zeigt Risse.
Höhere Gehälter, weniger Jobs
Nach Angaben von Novyny.live: In Polen sind sowohl der durchschnittliche Bruttolohn als auch der Mindestlohn gestiegen. Gleichzeitig ging jedoch die Beschäftigungsquote im Unternehmenssektor zurück. Im Dezember 2025 lag das durchschnittliche Bruttogehalt in der Unternehmenswirtschaft bei 9.583,31 Złoty. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 8,6 Prozent.
Anhebung des Mindestlohns zum Jahreswechsel
Seit Anfang 2026 wurde der polnische Mindestlohn von 4.666 auf 4.806 Złoty brutto pro Monat angehoben. Nach Abzug von Steuern und Abgaben verbleiben den Arbeitnehmern netto etwa 3.606 Złoty. Auch der Mindeststundenlohn stieg von 30,50 auf 31,40 Złoty brutto. Diese Lohnerhöhungen sind vor dem Hintergrund einer recht stabilen Wirtschaft zu sehen, die viele Arbeitskräfte aus dem Ausland anzieht.
Trotz der positiven Lohnentwicklung sank die Beschäftigung im Unternehmenssektor um 0,7 Prozent. Zudem gingen im Dezember 2025 die Preise für Industrieprodukte im Jahresvergleich um 2,5 Prozent zurück. Diese Faktoren deuten auf eine angespannte Lage am Arbeitsmarkt hin, die durch höhere Löhne allein nicht aufgefangen wird.
Die Steigerungen bei Durchschnitts- und Mindestlohn könnten zwar auf positive Wirtschaftsimpulse hindeuten, doch der Rückgang der Beschäftigung offenbart mögliche strukturelle Probleme. Gründe hierfür könnten in der fortschreitenden Automatisierung oder veränderten Nachfragestrukturen liegen.
In einer Phase sinkender Industriepreise stehen Unternehmen unter Kostendruck, was sich unmittelbar auf ihre Personalplanung auswirken kann. Eine genaue Betrachtung dieser gegenläufigen Trends ist entscheidend, um die weitere Entwicklung des polnischen Arbeitsmarktes einzuschätzen.
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