Menschenrechtsverstöße bei der Einberufung: Ombudsmann Lubinez fordert Einsetzung einer Arbeitsgruppe.
Anhaltende Grundrechtsverletzungen im Rahmen der Mobilmachung
Nach Angaben von Novyny.live: Der ukrainische Bürgerbeauftragte Dmytro Lubinez hat erneut auf schwerwiegende Verstöße gegen die Rechte der Bürger während der Einberufung hingewiesen. Trotz behördlicher Reformankündigungen sei die Lage weiterhin kritisch, so Lubinez in einer Mitteilung auf Telegram. Er berichtet von Vorfällen wie unverhältnismäßiger Gewaltanwendung, dem Einsatz von Vermummten und der Beschlagnahme persönlicher Gegenstände. Um diese Missstände zu bekämpfen, schlägt Lubinez die Bildung einer speziellen Arbeitsgruppe vor, die sich mit den Übergriffen befassen und zeitnah reagieren soll.
Keine Fortschritte bei der Problemlösung
Bereits vor drei Wochen hatte Lubinez dem Verteidigungsministerium die Einrichtung einer solchen Arbeitsgruppe empfohlen. Doch wie er nun feststellen musste,
„existiert bis heute keine einzige Arbeitsgruppe“. Dies verdeutlicht das mangelnde Vorankommen bei der Sicherstellung der Menschenrechte im Mobilisierungsprozess. Lubinez betont:
„Eine Reform, die nicht mit der Achtung der Menschenrechte beginnt, läuft Gefahr, zu einem weiteren Versuch zu werden, so zu tun, als gäbe es das Problem nicht.“
Ein weiteres Beispiel für die anhaltenden Rechtsverletzungen ist ein Fall aus dem Mai 2022: Damals zogen Vertreter des territorialen Rekrutierungszentrums einen Studenten ein, obwohl ein Gericht dessen Einberufung bereits aufgehoben hatte. Parallel dazu sorgt eine Meldung über den ehemaligen stellvertretenden Leiter des regionalen Rekrutierungszentrums Charkiw, Valerij Krawez, für Aufsehen: Er deklarierte Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von über 2,4 Millionen Griwna – ein Vorgang, der Fragen zur Transparenz und Ethik im Mobilisierungssystem aufwirft.
Die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen bei der Einberufung bleiben damit ein drängendes Thema. Lubinez‘ Forderung nach einer Arbeitsgruppe könnte ein erster Schritt zur Behebung der Missstände sein. Die ausbleibende Reaktion der Behörden auf solche Vorfälle droht jedoch das Vertrauen der Bürger in das Einberufungssystem und die staatlichen Institutionen zu untergraben – was in Zeiten des Krieges besonders schwer wiegt. Die weitere Entwicklung in diesem Bereich wird maßgeblich das Ansehen des Staates und seine Fähigkeit beeinflussen, die Rechte seiner Bürger zu schützen.
Lesen Sie auch
- 705 Kinder seit Beginn des Krieges getötet: Die Ukraine ehrt die Opfer russischer Aggression
- Wie ukrainische Bürger gegen Bescheide der Militärärztlichen Kommission vorgehen können – und wann der Gerichtsweg sinnvoll ist
- Erste Anklagen nach Foltervorwürfen in Militärbehörde von Uschgorod – Dank Ombudsmann
- Rückkehr aus besetzten Gebieten: Zehn junge Ukrainer im März 2026 in die Heimat gebracht
- Schlechte Noten für Schutzräume: Fast 93 Prozent der Bunker in der Ukraine fallen durch Kontrollen
- Zum ersten Mal setzt die UN das russische Militär wegen sexueller Gewalt auf die Schwarze Liste

