Finnlands Regierungschef wirft Orbán vor, den Ukraine-Krieg für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen.
Petteri Orpos scharfe Kritik an Viktor Orbán
Nach Angaben von TSN.ua: Der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo hat dem ungarischen Premier Viktor Orbán vorgeworfen, die Ukraine als politisches Werkzeug für seinen eigenen Wahlkampf zu instrumentalisieren. Diese Äußerung fiel während eines Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs beim Europäischen Rat in Brüssel, bei dem es zentral um die Finanzierung der Ukraine ging. Orpo betonte, dass Orbán die Notlage des Landes für parteipolitische Zwecke ausnutze.
Druck auf Ungarn und EU-Unterstützung für Kiew
Die EU-Führungsspitze plant, Orbán unter Druck zu setzen, damit er sein Veto gegen einen bereits im Dezember vereinbarten Kredit für die Ukraine aufgibt. Das gesamte Finanzpaket für die Ukraine beläuft sich auf 90 Milliarden Euro und soll das Land im anhaltenden Konflikt stützen. Auch der deutsche Kanzler Friedrich Merz forderte die Freigabe der Hilfen und stellte klar: „Wir dürfen nicht auf ein einziges EU-Land Rücksicht nehmen.“
Orpo hob hervor, dass Orbán die Lage in der Ukraine für seine eigenen politischen Ziele nutzt, und sagte wörtlich:
„Er (Orbán) benutzt die Ukraine als Waffe in seinem Wahlkampf.“Zudem wies der Finne darauf hin, wer am meisten vom aktuellen Chaos und den steigenden Energiepreisen profitiere – und nannte Russland als Hauptnutznießer:
„Wir müssen verstehen, wer am meisten von diesem Chaos und den steigenden Energiepreisen profitiert. Das ist Russland.“
In diesem Zusammenhang forderte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Einhaltung der auf dem Europäischen Rat eingegangenen Verpflichtungen:
„Ich erwarte, dass Sie die Zusagen einhalten, die Sie im Europäischen Rat gemacht haben.“Die Situation unterstreicht, wie entscheidend die Geschlossenheit der EU-Staaten bei der Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen die Aggression und bei der Lösung drängender finanzieller Fragen ist.
Orpos Kritik verdeutlicht die wachsenden Spannungen innerhalb der EU hinsichtlich der Ukraine-Hilfe und der Innenpolitik einzelner Mitgliedsstaaten. Der Druck auf Ungarn könnte ein Schlüsselfaktor sein, um die Einheit der EU in der Unterstützung für die Ukraine zu festigen – besonders vor dem Hintergrund des fortdauernden Krieges. Nur wenn alle Mitgliedsstaaten an einem Strang ziehen, kann die Hilfe für Kiew effektiv sein, denn die Stabilität der Ukraine hat erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit der gesamten Region.
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