Russland sucht Verwandte von gefangenen Soldaten für Spionage: wie der FSB agiert.
Nach Angaben von inkorr.com: Die russischen Geheimdienste sind aktiv auf der Suche nach Verwandten ukrainischer Kriegsgefangener, um sie zur Sammlung von Informationen und zur Durchführung von informationspsychologischen Operationen zu gewinnen. Diese Informationen wurden von der Psychologin Olena Sek während einer Sitzung zur Behandlung von Fragen im Umgang mit Kriegsgefangenen bekannt gegeben.
„Russische Kontaktpersonen befragen Informationen über Einheiten, Waffen und Probleme an der Front. Durch das Sammeln einer großen Menge an Informationen können militärische Schlussfolgerungen gezogen werden“, erklärte sie.
Den Verwandten der Gefangenen wird Druck gemacht, indem eine Zusammenarbeit im Austausch für Versprechungen von besseren Bedingungen für ihre Angehörigen oder Informationen über deren Aufenthaltsort angeboten wird. Eine solche Zusammenarbeit kann jedoch zu negativen Folgen führen, wie es beispielsweise im Fall von falschen Informationen über den Sohn eines Kriegsgefangenen geschah.
Manipulationen und psychologischer Druck vom FSB
Der FSB nutzt die Verwandten der Kriegsgefangenen, um informationspsychologische Operationen durchzuführen und sie dazu zu bringen, russische Narrative zu verbreiten. Ein Vertreter des Koordinierungsstabs, Petro Jatsenko, weist darauf hin, dass solche Verwandten zu „kostenlosen Beute“ für die russischen Geheimdienste werden.
„Verwandte, die einmalige Agenten werden, werden nicht bezahlt, da sie mit dem Ziel arbeiten, ihre Angehörigen zurückzubringen“, erklärte er.
Die Ermittler dokumentieren Fälle von Übermittlung vertraulicher Informationen und versuchen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, da solche Handlungen gefährlich sind und schwerwiegende Folgen haben können. Für die Weitergabe von Daten mit eingeschränktem Zugang drohen bis zu sechs Jahre Haft.
Bei den Kriegsgefangenen wird psychologischer Druck durch die Verwandten festgestellt, die von den russischen Geheimdiensten zur Informationssammlung und zur Verbreitung von Fehlinformationen über die ukrainischen Streitkräfte genutzt werden. Es wurden Fälle der Weitergabe vertraulicher Informationen dokumentiert, die ernsthafte Folgen für die Militärs und deren Familien haben können.
Diese Situation unterstreicht die Bedeutung des Schutzes von Informationen und der Geheimhaltung unter Kriegsbedingungen. Der Schutz von Kriegsgefangenen und deren Verwandten ist ein äußerst wichtiger Aspekt im Kampf gegen Informationsangriffe und psychologischen Druck seitens des Feindes. Die Ukraine sollte Maßnahmen zur Verhinderung von Manipulationen und zum Schutz der Rechte ihrer Bürger unter solchen Bedingungen verstärken.
Lesen Sie auch
- Warum Ukrainer Luftalarme oft ignorieren: Psychologin nennt den Hauptgrund
- Handgreiflichkeiten in Odessa: Zwei Ermittlungsverfahren nach Streit auf der Deribasowskaja
- Zusätzliche Vergütung für Hochschulbildung bei den ukrainischen Streitkräften: Welche Unterlagen für eine Neuberechnung nötig sind
- Blutspendeaktion in der Ukraine: Hunderte Liter für die Streitkräfte gesammelt
- Rückfalltäter erhält 15 Jahre Haft für Angriff auf 13-Jährige in der Region Charkiw
- Warum gegenseitige Anerkennung des Leids der Schlüssel zur Versöhnung zwischen Ukrainern und Polen ist

