Moskau schickt Medinski zurück an den Verhandlungstisch: Ein Signal für Genf?.
Ukraine-Gespräche in Genf
Nach Angaben von TSN.ua: Russland hat Wladimir Medinski erneut in seine Delegation für die Friedensverhandlungen zur Ukraine entsandt. Diese Personalie wird von Beobachtern als mögliches Zeichen für mangelnden Ergebniswillen Moskaus gewertet. Die Gespräche finden in Genf statt. Die russische Delegation besteht neben Medinski aus:
- Michail Galusin
- Wladimir Kostjukow
- Kirill Dmitrijew
Die ukrainische Seite wird von Rustem Umjerow angeführt.
Frühere Treffen und Wechsel bei den Verhandlern
Bereits zuvor hatte es Gespräche in Abu Dhabi am 23.-24. Januar und am 4.-5. Februar gegeben. Damals leitete Igor Kostjukow, der Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, die Verhandlungen für Moskau. Der erneute Wechsel des Hauptverhandlers kurz vor den Genfer Gesprächen stieß auf Kritik. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj deutete dies als mögliche Verzögerungstaktik.
Der renommierte Analyst Michael Clarke kommentierte die Rückkehr Medinskis mit den Worten:
„Er (Medinski) schimpft auf Leute ein, nervt sie, macht sie wütend.“ - Michael Clarke
Sein konfrontativer Kommunikationsstil könnte die ohnehin angespannte Verhandlungsatmosphäre zusätzlich belasten und die Suche nach Lösungen erschweren.
Die vollständige Zusammensetzung der russischen Delegation in Genf:
- Wladimir Medinski
- Michail Galusin
- Wladimir Kostjukow
- Kirill Dmitrijew
Auf ukrainischer Seite verhandeln:
- Rustem Umjerow
- Kyrylo Budanow
- Serhij Kyslyzja
- Andrij Hnatow
- Dawyd Arachamija
- Wadym Skybyzkyj
Die erneute Berufung Medinskis wird als strategische Entscheidung des Kremls gedeutet, die wenig auf einen konstruktiven Dialog hoffen lässt. Die Genfer Runde findet vor dem Hintergrund eines lang andauernden Krieges statt, in dem beide Seiten grundverschiedene Ziele verfolgen. Ob es Fortschritte geben wird, hängt maßgeblich davon ab, ob die Delegationen eine gemeinsame Gesprächsbasis finden und zu echten Kompromissen bereit sind.
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