Wie Salz die Erde in eine Eiskugel verwandelte: Die Ursache der Eiszeit vor 700 Millionen Jahren.
Salzkristalle als Katalysator für die 'Schneeball-Erde'
Nach Angaben von TSN.ua: Wissenschaftler der Norwegischen Arktis-Universität haben einen neuen Faktor für die sogenannte 'Schneeball-Erde'-Phase identifiziert: Salz. Vor etwa 700 Millionen Jahren froren die Ozeane bis zum Äquator zu. Diese seit Jahrzehnten diskutierte Hypothese geht von extremen Wassertemperaturen von bis zu -15°C aus, die das damalige Leben vor immense Herausforderungen stellten. Die neuen Erkenntnisse liefern eine Erklärung, wie ein solcher Zustand überhaupt möglich wurde.
Ein perfekter Kühlmechanismus
Ein entscheidender Punkt der Theorie ist die reflektierende Wirkung von Salzkristallen. Diese werfen Sonnenlicht sogar effektiver zurück als reiner Schnee oder Eis. Da Salz je nach Zusammensetzung erst zwischen -8°C und -36°C gefriert, konnte es in den bereits kalten Ozeanen als hochwirksamer Kühlverstärker wirken. Dieser Prozess trieb den Planeten vor rund 717 Millionen Jahren in eine selbstverstärkende Klimakatastrophe und verwandelte ihn in eine eisige Wüste.
Diese fatale Abkühlung steht im Zusammenhang mit der Sturtischen Vereisung. Die Studie zeigt, wie die gesunkenen Meerestemperaturen und die physikalischen Eigenschaften des Salzes zusammenwirkten und die Abkühlungseffekte gegenseitig verstärkten. Die Erforschung dieser Epoche bleibt zentral, um die Dynamik des uralten Erdklimas und seine radikalen Umschwünge zu verstehen.
Die Arbeit der norwegischen Forscher könnte grundlegend verändern, wie wir die klimatischen Bedingungen der Urzeit und ihren Einfluss auf die Evolution betrachten. Das Verständnis der Salz-Rolle als Kühlfaktor ist auch für aktuelle Klimamodelle relevant. Es unterstreicht, wie komplexe Rückkopplungsprozesse das Klima destabilisieren können – eine Erkenntnis, die im Kontext der modernen globalen Erwärmung von großer Bedeutung ist.
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