Empörung in der Ukraine: Abgeordnete bezeichnet kranke Kinder als „Schwachköpfe“.
Skandal um eine Abgeordnete in der Region Dnipropetrowsk
Nach Angaben von TSN.ua: Ein schwerer Eklat erschüttert die politische Landschaft der Ukraine: Olena Tschyrkowa, Abgeordnete im Regionalrat von Dnipropetrowsk, bezeichnete während einer Videokonferenz Kinder mit genetischen Erkrankungen als „Schwachköpfe“. Die Aufnahme ihrer Rede wurde über den Telegram-Kanal „Svoi. Krywyj Rih“ verbreitet und löste umgehend massive Kritik aus.
Die Äußerung traf auf breite gesellschaftliche Empörung, da das Thema genetischer Krankheiten für viele Familien äußerst sensibel und existenziell ist. Tschyrkowa rechtfertigte ihre Wortwahl mit den Worten:
„Das Ziel war es, ein staatliches Programm zu unterstützen, damit wir keine Schwachköpfe und andere haben.“Diese Aussage stieß nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch bei Medizinerinnen und Medizinern auf scharfe Ablehnung.
Politischer Werdegang von Olena Tschyrkowa
Olena Tschyrkowa blickt auf eine lange politische Karriere zurück. In den Jahren 2006 und 2007 war sie Assistentin des ukrainischen Abgeordneten Mychajlo Rasgonjajew. Von 2006 bis 2015 saß sie für die Partei der Regionen im Regionalrat von Dnipropetrowsk. 2020 wurde sie erneut in den Regionalrat gewählt, diesmal für die inzwischen verbotene Partei „OPShSh“ (Oppositionsplattform – Für das Leben), und vertrat dort den Bezirk Krywyj Rih.
Erschwerend kommt hinzu, dass das regionale Zentrum für medizinische Genetik und Pränataldiagnostik, benannt nach Weropotweljan, seit zwei Wochen keine Neugeborenen mehr untersuchen kann – weil Diagnosesysteme fehlen. Dieser Umstand verdeutlicht die angespannte Lage im Gesundheitswesen und verleiht dem bereits heiklen Thema eine zusätzliche Brisanz.
Der Vorfall um Tschyrkowas Entgleisung unterstreicht, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit sensiblen Themen wie genetischen Erkrankungen ist – denn solche Worte können das Leben vieler Familien tief treffen. Die öffentliche Empörung zeigt, dass die Gesellschaft von ihren gewählten Vertretern mehr Sensibilität und Verantwortung erwartet. Gleichzeitig droht der Mangel an Diagnostik in der Klinik die ohnehin schwierige gesundheitliche Versorgung weiter zu belasten, was dringend politisches Handeln erfordert.
Lesen Sie auch
- Kreml lehnt Gespräche mit Selenskyj ab: Angebot für ein persönliches Treffen ausgeschlagen
- US-Flugzeugträger „Nimitz“ vor Kuba: Washington plant offenbar Regimewechsel
- Sieg von Paschinjans Partei bei Armenien-Wahl: Selenskyj und EU-Spitzen reagieren
- Bildungsminister dementiert Rücktrittsgerüchte: Kein Entlassungsgesuch eingereicht
- Appell an Moskau: Selenskyjs offener Brief – Signal für eine Waffenruhe?
- Polen stellt Ultimatum an Zelensky über die UPA: Risiko, den Weißen Adler zu verlieren

