Atomare Entfesselung: Ab 5. Februar stehen die Arsenale Russlands und der USA ohne Vertragskontrolle.

Atomare Entfesselung: Ab 5. Februar stehen die Arsenale Russlands und der USA ohne Vertragskontrolle
Atomare Entfesselung: Ab 5. Februar stehen die Arsenale Russlands und der USA ohne Vertragskontrolle

Ein wichtiger Vertrag läuft aus

Nach Angaben von UATV: Am 5. Februar 2023 endet die Laufzeit des New-START-Vertrags (СНВ-ІІІ) zwischen Russland und den USA. Da keine Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen stattfinden, unterliegen die Atomprogramme beider Supermächte erstmals seit Jahren keiner bilateralen Kontrolle mehr. Experten warnen vor den Risiken dieser neuen Ungebundenheit, die zu einer gefährlichen Eskalation der nuklearen Bedrohungslage führen könnte.

Das Abkommen wurde 2010 von Dmitri Medwedew und Barack Obama unterzeichnet und zuletzt im Februar 2021 verlängert. Es begrenzt die Anzahl strategischer Atomsprengköpfe für jede Seite auf 1550. Allerdings sind bereits seit 2020 keine gegenseitigen Inspektionen mehr an militärischen Objekten durchgeführt worden, was die Überwachung der Einhaltung erheblich erschwert hat.

Politisches Hin und Her vor dem Auslaufen

Die politische Lage ist angespannt: Die USA warfen Russland am 31. Januar 2023 vor, den Vertrag zu verletzen. Als Reaktion darauf verkündete der russische Präsident Wladimir Putin am 21. Februar 2023 die Aussetzung der russischen Teilnahme am New-START-Vertrag. Bereits am 26. Januar hatte Dmitri Medwedew jedoch die Bereitschaft Moskaus signalisiert, sich inoffiziell auf eine einjährige Verlängerung zu einigen. Diese Signale blieben bislang ohne konkrete Folgen.

In einem am 2. Februar 2023 von Medwedews Pressedienst veröffentlichten Interview wurde zudem die Möglichkeit eines Einsatzes von Atomwaffen thematisiert. Fachleute betonen, dass der Ersatz des auslaufenden Vertrags durch ein neues Abkommen eine enorme Herausforderung darstellt. Darja Dolzikowa bringt die Sorge auf den Punkt:

„Jetzt, mit dem Verlust des New-START-Vertrags und ohne Verhandlungen über einen Ersatz, verlieren wir weiter den Kontakt zwischen den beiden Seiten in diesen wichtigen strategischen Fragen.“

Gleichzeitig weisen Experten wie Jack Keane darauf hin, dass Länder wie Russland und China Atomsprengköpfe heimlich testen könnten – eine Aussicht, die in der Weltgemeinschaft zusätzliche Besorgnis hervorruft. In einer Zeit, in der die Kontrolle über die nuklearen Arsenale schwindet, wird die internationale Sicherheitsarchitektur zunehmend brüchig. Das Ende der vertraglichen Bindung könnte die Spannungen zwischen den USA und Russland weiter anheizen und globale Folgen haben. Die Eskalation nuklearer Drohungen birgt im Kontext aktueller geopolitischer Konflikte schwerwiegende Risiken. Ein dringender Wiederbeginn des Dialogs zwischen den Atommächten ist nötig, um katastrophale Entwicklungen zu verhindern.


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