9 Millionen Abonnenten bei „Trukha“: Wie der Telegram-Kanal die Ukraine herausfordert.

9 Millionen Abonnenten bei „Trukha“: Wie der Telegram-Kanal die Ukraine herausfordert
9 Millionen Abonnenten bei „Trukha“: Wie der Telegram-Kanal die Ukraine herausfordert

Die Rolle von „Trukha“ im ukrainischen Informationsraum

Nach Angaben von Espreso.tv: Der Telegram-Kanal „Trukha“ hat sich zu einem zentralen Akteur in der ukrainischen Medienlandschaft entwickelt. Mit insgesamt 9 Millionen Abonnenten über mehrere miteinander verbundene Kanäle hinweg prägt er maßgeblich die öffentliche Meinung – insbesondere unter jungen Menschen. Im Vergleich zu anderen Ländern wie Russland oder dem Iran nimmt „Trukha“ eine herausragende Stellung bei der Verbreitung von Nachrichten ein.

Wandel der Mediennutzung in der Bevölkerung

81 Prozent der Ukrainer zwischen 18 und 55 Jahren bezeichnen russisches Telegram als ihre Hauptinformationsquelle. Dieser Trend spiegelt eine grundlegende Verschiebung wider: Jeder dritte Ukrainer – unter Jugendlichen sogar jeder zweite – bezieht Nachrichten über soziale Netzwerke. Bemerkenswert ist, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj seit 2022 nur fünf persönliche Treffen mit ukrainischen Journalisten hatte, während er über 1.500 Videobotschaften an die Bevölkerung richtete. Jede dieser Ansprachen dauert durchschnittlich 5 bis 8 Minuten, was insgesamt rund 200 Stunden ununterbrochener Kommunikation entspricht.

„Wir kommunizieren mit der Gesellschaft ohne Mittelsmänner, ohne Journalisten.“ – Andrij Bohdan

Der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, Fedijenko von der Regierungspartei „Diener des Volkes“, warnt jedoch: „Telegram ist eine Bedrohung für die Sicherheit der Ukraine.“ Diese Aussage verdeutlicht die Ambivalenz sozialer Medien im heutigen Informationszeitalter, in dem traditionelle Medien zunehmend mit neuen Kommunikationsformen konkurrieren. Der Aufstieg von „Trukha“ zeigt, wie sich das Informationsverhalten der Bevölkerung wandelt – ein Prozess mit weitreichenden Folgen für Politik und Gesellschaft. Angesichts der wachsenden Abhängigkeit junger Menschen von sozialen Netzwerken wird die Reaktion staatlicher Stellen auf diese Entwicklung immer wichtiger. Gleichzeitig unterstreichen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Glaubwürdigkeit von Telegram-Inhalten die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen etablierten Medien und neuen Kanälen, um eine verlässliche und objektive Berichterstattung zu gewährleisten.


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