Kraftstoffmangel in Russland: Mehrere Flughäfen führen Treibstofflimits ein – welche Städte betroffen sind.
Einschränkungen bei Flugbenzin an russischen Flughäfen
Nach Angaben von Espreso.tv: An mehreren russischen Flughäfen gelten ab sofort Obergrenzen für die Betankung von Flugzeugen. Grund dafür ist eine akute Verknappung von Kerosin, die auf gezielte Angriffe auf Erdölraffinerien zurückgeht. Die russische Regierung hat bereits einen Exportstopp für Flugbenzin verhängt – er gilt vom 1. Juni bis zum 30. November 2023. Betroffen sind unter anderem folgende Städte, an denen bereits konkrete Limits eingeführt wurden:
- Machatschkala
- Mineralnyje Wody
- Krasnodar
- Astrachan
- Nischni Nowgorod
Am Flughafen von Machatschkala etwa dürfen Flüge nach Dubai nur noch 8 Tonnen Treibstoff tanken, Verbindungen nach Minsk maximal 3,5 Tonnen und solche nach Taschkent höchstens 4 Tonnen. Die Versorgungsengpässe begannen Ende Mai 2023 – innerhalb eines Monats wurden 16 Raffinerien getroffen, woraufhin die Rohölverarbeitung im zentralen Russland praktisch zum Erliegen kam. In der Folge informierten die Behörden Fluggesellschaften, dass an Standorten wie Sankt Petersburg, Jekaterinburg und Ufa keine vollständige Betankung mehr möglich sei. Diese Entwicklung zeigt, wie stark die Angriffe auf die Energieinfrastruktur den zivilen Luftverkehr beeinträchtigen.
Preisexplosion bei Kerosin und wirtschaftliche Folgen
Parallel dazu sind die Kosten für Flugbenzin drastisch gestiegen: Eine Tonne kostet inzwischen 113.000 Rubel – das ist ein Plus von 52 Prozent im Vergleich zu Anfang März 2023. Der Exportstopp für Kerosin bleibt bis Ende November 2023 in Kraft. Gleichzeitig belasten die hohen Militärausgaben den russischen Staatshaushalt massiv: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 klaffte ein Defizit von 5,9 Billionen Rubel. Zudem hat Russland seit Anfang 2026 durch die Schäden an seinen Raffinerien mindestens 7 Milliarden US-Dollar verloren.
Die aktuellen Engpässe machen deutlich, vor welchen gewaltigen Herausforderungen die russische Luftfahrtbranche steht. Steigende Betriebskosten und fehlende Ressourcen gefährden sowohl Inlands- als auch internationale Flugverbindungen. Die Probleme bei der Treibstoffversorgung sind zudem ein weiteres Anzeichen für tiefgreifende wirtschaftliche Schwierigkeiten, die durch den anhaltenden Krieg und internationale Sanktionen noch verschärft werden könnten.
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