Mehr als ein Fünftel der Raffineriekapazitäten lahmgelegt: Brennstoffkrise erfasst 53 Regionen Russlands.
Brennstoffkrise in Russland
Nach Angaben von UATV: Durch Angriffe auf russische Ölraffinerien, die von der Ukraine ausgeführt wurden, ist in Russland eine schwere Treibstoffkrise ausgebrochen. Schätzungen zufolge sind über 20 Prozent der Raffineriekapazitäten außer Betrieb gesetzt worden – der größte Engpass seit dem Beginn der Invasion in die Ukraine. In vielen Gebieten kommt es zu Benzinmangel, Verkaufsbeschränkungen und langen Schlangen an den Tankstellen.
Lage in den betroffenen Regionen
Die Treibstoffknappheit hat sich mittlerweile auf 53 russische Regionen ausgeweitet, darunter:
- Oblast Lipezk
- Oblast Jaroslawl
- Region Stawropol
- Tjumen
- Tscheboksary
An den Tankstellen in Russland wurde eine Abgabebeschränkung eingeführt: Pro Kunde werden maximal 20 Liter verkauft. Diese Maßnahme soll die Schlangen eindämmen und die Versorgung für Autofahrer erleichtern, die oft stundenlang anstehen müssen, um ihren Tank zu füllen.
Die Raffinerie in Tjumen, eine der größten des Landes, verarbeitet jährlich neun Millionen Tonnen Rohöl. Aufgrund der aktuellen Herausforderungen könnte ihr Betrieb jedoch massiv beeinträchtigt werden. Bereits im Mai 2023 war die russische Ölförderung auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen, was sich nun in den Wirtschaftsdaten niederschlägt. Diese Entwicklung zeigt, wie verletzlich die russische Energieinfrastruktur geworden ist.
Oleh Ustenko: „Russland wird weniger Einnahmen aus seinem Öl erzielen“
Dies unterstreicht die negativen Folgen für die russische Wirtschaft. Wladyslaw Schukowski von der russischen Wettbewerbsbehörde (Föderaler Antimonopoldienst) erklärte, dass
„der Föderale Antimonopoldienst bereits unterwegs ist, um Verfahren einzuleiten“– ein Zeichen dafür, dass die Behörden nun verstärkt gegen die Krise vorgehen. Die Lage bleibt angespannt, und das weitere Vorgehen der russischen Führung könnte den Brennstoffsektor nachhaltig beeinflussen.
Diese Krise im russischen Treibstoffsektor könnte nicht nur die heimische Wirtschaft schwer treffen, sondern auch die globalen Energiemärkte erschüttern. Der Ausfall eines erheblichen Teils der Raffineriekapazitäten birgt die Gefahr steigender Preise für Benzin und andere Energieprodukte sowie Unterbrechungen der internationalen Öllieferungen. Die weitere Entwicklung erfordert genaue Beobachtung, da das Handeln der russischen Regierung möglicherweise noch größere wirtschaftliche Verwerfungen auslösen könnte.
Lesen Sie auch
- Verkaufsstopp für Treibstoff an Zivilisten auf der Krim – das ist bekannt
- Lebenslanges Lernen als Schlüssel: Wie sich die ukrainische Wirtschaft für den Westen rüstet
- Russlands Wirtschaft außer Kontrolle: Militärausgaben erreichen 10 Prozent des BIP
- Versteckte Gebühren: Fallstricke bei Barabhebungen mit polnischen Karten in der Ukraine
- Russland kämpft mit massiver Treibstoffknappheit: Tankstellen rationieren Sprit auf 30 Liter
- Einnahmen aus Ölexporten Russlands um ein Drittel gesunken – nur noch drei Millionen Barrel täglich

