Ungarische Delegation in Kiew: Zweck des Besuchs gibt Rätsel auf.

Ungarische Delegation in Kiew: Zweck des Besuchs gibt Rätsel auf
Ungarische Delegation in Kiew: Zweck des Besuchs gibt Rätsel auf

Streitpunkt Erdölleitung 'Freundschaft'

Nach Angaben von Novyny.live: Am 11. März reiste eine ungarische Delegation in die Ukraine, um den Zustand der Erdölleitung 'Freundschaft' zu prüfen und Möglichkeiten für eine Wiederinbetriebnahme auszuloten. Dieser Besuch erfolgte vor dem Hintergrund einer Ankündigung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán vom Februar 2023, eine Kommission zur Begutachtung der Pipeline einsetzen zu wollen. Die energiepolitische Brisanz zeigt sich daran, dass Ungarn zuvor ein 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket blockiert hatte, nachdem die Lieferungen russischen Öls über die Ukraine eingestellt worden waren. Die Spannungen zwischen den EU-Partnern sind somit auch energiegetrieben.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich über die genaue Mission der Gäste im Unklaren: 'Im Außenministerium wurde mir gesagt, dass Leute angekommen seien. Das wurde als private Reise charakterisiert.'

Selenskyj betonte die Notwendigkeit, den tatsächlichen Zustand der Leitung zu klären, und fragte: 'In welchem Zustand ist die Pipeline nach den russischen Angriffen?' Er verwies darauf, dass sich alle Fragen an Wladimir Putin richten müssten, 'denn genau Russland zerstört die Pipeline'.

Schwieriger Dialog zwischen Kiew und Budapest

Der Besuch der Delegation markiert eine – wenn auch verhaltene – Aktivierung des Dialogs zwischen der Ukraine und Ungarn in einer zentralen Frage der Energiesicherheit. Eine Wiederaufnahme des Betriebs der 'Freundschaft'-Pipeline könnte die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder erheblich beeinflussen, insbesondere vor dem Hintergrund der europäischen Bemühungen, die Abhängigkeit von russischen Energieressourcen zu verringern. Für Ungarn und andere von russischem Druck betroffene europäische Staaten könnte dies ein wichtiger Schritt zu stabileren Energieversorgungswegen sein.

Die Begutachtung der Leitung und die Frage ihrer Reparaturfähigkeit bleiben im Fokus beider Regierungen, was die strategische Bedeutung dieser Infrastruktur für die regionale Sicherheit unterstreicht.


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