Ukraine stellt alle staatlichen Kohlebergwerke still: 8.000 Kumpel betroffen, 200.000 Jobs in angrenzenden Branchen in Gefahr.
Stilllegung der ukrainischen Zechen: Folgen und Herausforderungen
Nach Angaben von Novyny.live: Die Ukraine bereitet die Schließung sämtlicher staatlicher Kohlebergwerke vor. Diese Entscheidung, die vom Kabinett und dem Energieministerium unterstützt wird, führt zur Entlassung von 8.000 Bergleuten sowie 32.000 ihrer Familienangehörigen. Bereits jetzt laufen im Westen des Landes Infrastruktur-Abwicklungen, die den Betrieb der Zechen beeinträchtigen. Zwei Anlagen des Verbunds 'Lwiwwuhillja' stehen still, und zwei weitere Objekte im Lwiw-Wolyner Becken werden dichtgemacht. Dies bedeutet nicht nur Verluste für die Kumpel, sondern auch neue wirtschaftliche Hürden.
Prognosen zufolge werden in den angrenzenden Branchen über 200.000 zusätzliche Arbeitslose hinzukommen. Diese Umwälzungen könnten die soziale Lage in Regionen, in denen die Zechen die Haupteinnahmequelle waren, drastisch verschlechtern. Die Regierungsstrategie, alle Bergwerke zu schließen, wie Jurij Kameletschuk betonte, sorgt in der Bevölkerung für Unruhe.
„Sie verstehen es nicht, die Kohleindustrie zu führen“, unterstrich er und wies auf die möglichen negativen Auswirkungen für Menschen hin, die bereits jetzt mit Schwierigkeiten kämpfen.
Wirtschaftliche Auswirkungen und soziale Absicherung
Im Jahr 2026 wird eine Tonne Kohle zwischen 9.000 und 11.000 Griwna kosten, die Heizkosten mit Kohle könnten bis zu 44.000 Griwna erreichen. Das bedeutet eine zusätzliche Belastung für diejenigen, die ihren Job verlieren. Die maximale Arbeitslosenhilfe beträgt 2026 dann 8.647 Griwna, der Mindestsatz liegt bei 3.900 Griwna. Für Jugendliche und Personen, die wegen Disziplinverstößen entlassen wurden, sind es nur 1.650 Griwna.
Die Schließung der Zechen trifft nicht nur die Bergleute und ihre Familien, sondern die gesamte regionale Wirtschaft. Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes staffelt sich nach der Beschäftigungsdauer:
- bis 3 Jahre – 180 Kalendertage,
- von 3 bis 6 Jahren – 210 Kalendertage,
- von 6 bis 12 Jahren – 240 Kalendertage,
- von 12 bis 18 Jahren – 270 Kalendertage,
- von 18 bis 24 Jahren – 300 Kalendertage,
- über 30 Jahre – 360 Kalendertage.
Diese Veränderungen erfordern eine genaue Beobachtung und Unterstützung für all jene, die durch die Zechenschließungen in eine schwierige Lage geraten.
Die Stilllegung der Kohlebergwerke in der Ukraine ist ein bedeutender Schritt in der Neuausrichtung der Energiepolitik und könnte langfristige Folgen für die Wirtschaft und die soziale Stabilität in den betroffenen Regionen haben. Es ist entscheidend, dass die Regierung und die lokalen Behörden Maßnahmen ergreifen, um die entlassenen Arbeiter zu unterstützen, ihnen Zugang zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten und sozialem Schutz zu verschaffen. Gleichzeitig muss die Gesellschaft auf mögliche soziale Verwerfungen vorbereitet sein, die durch den drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit entstehen könnten.
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