Ukrainischer Hafenbetreiber TIS kauft arabischen Anteil zurück – Grund war die Zusammenarbeit mit Rosatom.
TIS sichert sich volle Kontrolle über Hafenanlagen zurück
Nach Angaben von Novyny.live: Der Hafenbetreiber TIS hat die volle Verfügungsgewalt über seine Anlagen in der Region Odessa zurückerlangt, nachdem er den Anteil des arabischen Konzerns DP World zurückgekauft hatte. Auslöser war die fortgesetzte Geschäftsbeziehung von DP World mit dem russischen Staatskonzern 'Rosatom', die ein erhebliches Sanktionsrisiko darstellte. Bereits im Jahr 2026 konnte TIS wieder 100 Prozent der Anteile an seinen Vermögenswerten übernehmen – ein entscheidender Schritt für den ungestörten Betrieb des Hafens.
DP World hatte sich 2020 mit 51 Prozent an einem Containerterminal beteiligt, aber auch nach dem Beginn des groß angelegten Krieges gegen die Ukraine seine Aktivitäten in Russland nicht eingestellt. Daraufhin setzte die ukrainische Antikorruptionsbehörde NABU das Unternehmen auf die Liste internationaler Kriegssponsoren. Laut Forbes könnte der Rückkauf der Anteile TIS rund 100 Millionen US-Dollar gekostet haben. Serhij Naumowytsch, ein Vertreter des Unternehmens, erklärte dazu:
„Eine Fortsetzung der Partnerschaft hätte Sanktionen, Kontensperrungen und die Stilllegung des Hafenbetriebs in der Region Odessa nach sich ziehen können.“
Strategische Bedeutung der Hafenkontrolle
Die russischen Angriffe auf die Hafeninfrastruktur der Region Odessa haben sich in diesem Jahr auf 180 Ereignisse summiert. Dies unterstreicht, wie wichtig die uneingeschränkte Kontrolle über die Hafenanlagen für die Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität des Gebiets ist. Die Rückgewinnung der Anteile durch TIS ist daher ein bedeutender Schritt angesichts der wachsenden Bedrohungen durch Russland und der Notwendigkeit, die ukrainischen Häfen zu schützen.
Dieser Vorgang zeigt, wie sehr die Ukraine darauf bedacht ist, die Hoheit über strategisch wichtige Vermögenswerte auch unter Kriegsbedingungen zu wahren. Die wiedererlangte Kontrolle stärkt nicht nur die Sicherheitslage, sondern kann sich auch positiv auf die regionale Wirtschaft auswirken – ein entscheidender Faktor angesichts der anhaltenden Aggression. Viele weitere ukrainische Unternehmen könnten diesem Beispiel folgen, wenn es darum geht, eigene Interessen in der aktuellen Lage abzusichern.
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