Überraschende Entdeckung: Doggerland war bereits 16.000 Jahre früher bewaldet als angenommen.
Neue Erkenntnisse zur Geschichte Doggerlands
Nach Angaben von TSN.ua: Forscher haben mithilfe von Sedimentanalysen belegt, dass die versunkene Landmasse Doggerland in der Nordsee weit früher von Wäldern bedeckt war. Eine Studie der University of Warwick zeigt, dass die Region, die einst Ostengland mit Nordfrankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Jütland verband, deutlich dichter bewachsen war als bisher vermutet. Die Wissenschaftler untersuchten alte DNA aus 41 Meeresbodenkernen und stießen auf Überreste von Eiche, Ulme, Haselnuss und Flügelnuss – Bäume, die dort tausende Jahre früher existierten, als bislang bekannt.
Diese Funde verändern das Bild der damaligen Ökosysteme grundlegend. Die Landbrücke, die während der Eiszeit über dem Meeresspiegel lag, war offenbar schon vor über 16.000 Jahren von üppiger Vegetation geprägt. Zum Vergleich: Doggerland versank erst vor rund 7.000 Jahren endgültig im Wasser, wobei das Storegga-Tsunami vor etwa 8.150 Jahren eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte.
„Wir haben Bäume tausende Jahre früher entdeckt, als irgendjemand erwartet hätte.“
Robin Allaby, Forscher
Bedeutung der Doggerland-Forschung
Die Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig die Erforschung dieser versunkenen Landschaft für das Verständnis der europäischen Urgeschichte ist. Sie liefern Hinweise darauf, wie frühe Menschen auf Klimaveränderungen reagierten und welche Rolle die Umwelt bei Wanderungsbewegungen spielte. Künftige Studien könnten noch genauer zeigen, wie sich die Bewaldung auf die Besiedlung und kulturelle Entwicklung in der Region auswirkte.
Diese neuen Daten verdeutlichen, dass Doggerland ein zentraler Schauplatz für die Erforschung alter Ökosysteme und menschlicher Siedlungen in Europa war. Die Rekonstruktion der dortigen Lebensbedingungen hilft Wissenschaftlern, die Anpassungsfähigkeit unserer Vorfahren an wechselnde Umweltbedingungen besser nachzuvollziehen.
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