Die NATO nach der Invasion: Aufrüstung und Wehrpflicht als Antwort auf den Ukraine-Krieg.
Wehrpflicht in der NATO: Ein Überblick (2021–2026)
Nach Angaben von Слово і Діло — Інфографіка: Die vollständige Invasion Russlands in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat die Sicherheitsarchitektur Europas nachhaltig verändert. Stand 2026 umfasst die NATO 32 Länder. 21 von ihnen haben keine allgemeine Wehrpflicht, zehn Staaten hingegen verfügen über eine solche. Zu den Ländern ohne Wehrpflicht zählen unter anderem Island (das über keine offiziellen Streitkräfte verfügt), Kanada (Abschaffung 1945), Großbritannien und Luxemburg (1960er), die USA (1973), Belgien (1995), die Niederlande (1997), Frankreich und Spanien (2001) sowie Polen, Deutschland und Montenegro.
Einige NATO-Mitglieder haben die Wehrpflicht in den letzten Jahren wieder eingeführt: Schweden kehrte 2018 dazu zurück, Norwegen bereits 2015. Andere Länder wie Griechenland, Finnland und die Türkei praktizieren die allgemeine Dienstpflicht seit dem frühen 20. Jahrhundert. Estland, Litauen, Lettland, Kroatien und weitere Staaten führten sie nach 1991 wieder ein. Insgesamt zeigt sich eine Tendenz, dass die Wehrpflicht in Osteuropa stärker verankert ist, während viele westeuropäische Länder auf Freiwilligenarmeen setzen.
Truppenstärken im Wandel: Die größten Veränderungen nach dem Ukraine-Krieg
Die russische Invasion führte auch zu deutlichen Verschiebungen bei den Personalstärken der NATO-Streitkräfte. Den stärksten prozentualen Anstieg verzeichnete Polen: Die polnische Armee wuchs von 167.000 Soldaten im Jahr 2021 um 58 Prozent auf 263.000 im Jahr 2026. Auch die baltischen Staaten stockten auf: Litauen um 33 Prozent, Lettland um 28 Prozent. Schweden erhöhte seine Truppen um 27 Prozent. Im Gegensatz dazu schrumpfte die US-Armee um 27.000 auf 1.322.000 Soldaten. Die deutsche Bundeswehr blieb mit 183.200 Soldaten nahezu stabil, während die französischen Streitkräfte um 2,7 Prozent von 207.600 auf 202.000 Soldaten abnahmen.
Diese Entwicklungen zeigen, wie die NATO auf die veränderte Sicherheitslage nach dem russischen Angriffskrieg reagiert. Die Aufstockung der Streitkräfte in Osteuropa unterstreicht den Willen zur Abschreckung, während der Trend zur Freiwilligenarmee in anderen Ländern auf veränderte gesellschaftliche und strategische Präferenzen hinweist. Insgesamt passt sich das Bündnis an eine neue Ära der Bedrohungswahrnehmung an.
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