Neudefinition der Rehabilitation: Vitaliy Kim fordert staatliche Neuausrichtung.

Neudefinition der Rehabilitation: Vitaliy Kim fordert staatliche Neuausrichtung
Neudefinition der Rehabilitation: Vitaliy Kim fordert staatliche Neuausrichtung

Dringender Handlungsbedarf für einheitliches Reha-System

Nach Angaben von Novyny.live: Der Leiter der Militärverwaltung der Region Mykolajiw, Vitaliy Kim, hat die Schaffung eines einheitlichen Rehabilitationssystems für Verwundete in der Ukraine als dringende Notwendigkeit bezeichnet. Er betonte, dass der Staat hier eine klare politische und strukturelle Führungsrolle übernehmen müsse. Dies sei eine zentrale Aufgabe, die nur mit einer konsequenten staatlichen Politik bewältigt werden könne.

„Diese Aufgabe liegt beim Staat, und wir müssen sie erfüllen, indem wir allen, die es brauchen, einen durchgängigen Genesungsprozess garantieren“, so Kim.

Aktuell sind in der Ukraine über 130.000 Veteranen kriegsbedingt als invalide eingestuft. Diese Zahl verdeutlicht die enormen Herausforderungen, vor denen heimkehrende Soldaten stehen. Kim wies darauf hin, dass bereits heute mehr als 130.000 Veteranen eine Behinderung durch den Krieg haben. Daraus wird ersichtlich, dass Rehabilitationsangebote für ihre gesellschaftliche Wiedereingliederung von entscheidender Bedeutung sind. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens auf Rehabilitation angewiesen ist.

Reformbedarf: Vom Informationsdefizit zum kontinuierlichen Prozess

Vitaliy Kim kritisierte zudem, dass Betroffene oft über keine klaren Informationen verfügten, wie es nach einer Behandlung weitergehen soll. Dies unterstreiche die Notwendigkeit einer grundlegenden Verbesserung des Rehabilitationssystems. Die Hauptaufgabe bestehe darin, Rehabilitation als einen nahtlosen Ablauf neu zu denken: „Es ist ein kontinuierlicher Prozess – vom Zeitpunkt der Verletzung bis zur vollständigen Rückkehr ins Leben.“

Experten zufolge zeigen bis zu 20 Prozent der Veteranen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder einer Depression. Psychologische Begleitung ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Rehabilitation. Die Schaffung eines umfassenden Systems sei nicht nur für die Betroffenen selbst wichtig, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes, da es die Integration von Menschen mit Behinderungen fördere. Ein besserer Zugang zu Reha-Diensten könne soziale Isolation verringern und die Lebensqualität der Kriegsopfer verbessern.

Zusammenfassend betonte Kim, dass es vor allem darum gehe, das Verständnis von Rehabilitation grundlegend zu verändern. Nur so könne Veteranen die notwendige Unterstützung auf ihrem Weg zurück in ein normales Leben geboten werden. Das Thema erfordere einen ganzheitlichen Ansatz, der physische, psychologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.


Lesen Sie auch

Werbung